Jugendweltmeisterschaft in Batumi: Vitalia erreicht Platz im Mittelfeld

Zu einer Weltmeisterschaft zu fahren, ist eine tolle Sache – erst recht dann, wenn man dafür zwei Wochen schulfrei hat und ein bisschen in der Welt herumkommt. Vom 19. bis 30. Oktober nahm unsere deutsche Meisterin Vitalia an der Jugendweltmeisterschaft in der Altersgruppe U12w teil, die in der georgischen Hafenstadt Batumi stattfand (übrigens der Austragungsort der Schacholympiade 2018).

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Die deutsche Delegation in Batumi (Altersklassen U8-U12) mit Betreuern

Auch wenn es an sich schon ein tolles Erlebnis ist, Gleichaltrige aus der ganzen Welt zu treffen – Vitalias Gegner kamen aus den USA, Kanada, Indien, Israel, Weißrussland, Georgien, Simbabwe und den Vereinigten Arabischen Emiraten – war dabeisein natürlich nicht alles. So waren die 11 Partien auch meistens hart umkämpft, wenigstens soweit sich das rekonstruieren läßt, denn die Partieeingabe des Veranstalters funktionierte alles andere als weltmeisterlich. Am Ende standen 5,5 Punkte zu Buche und Rang 53 unter 98 Teilnehmern, also eine ausgeglichene Bilanz in einem Teilnehmerfeld, in dem sich immerhin zwanzig Titelträgerinnen tummelten. Zweifellos wäre in einigen Partien noch mehr drin gewesen. Vitalia spielte gewohnt angriffsfreudig, übersah aber gelegentlich einen gegnerischen Konter.

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vor Rundenbeginn – wie es sich gehört, mit deutscher Flagge und bayrischem Sepplhut-Maskottchen!

Vor allem in Runde 8, gegen ihre stärkste Gegnerin Ravi Rakshitta aus Indien (ELO 2068), stand sie nach einem aufregenden Schlagabtausch in der Eröffnung klar auf Gewinn. Die Mehrfigur war allerdings mit einigen gegnerischen Angriffschancen erkauft, die schließlich zum Matt führten.

Etwas ärgerlich ist natürlich, dass es einen herben Verlust an ELO-Punkten zu beklagen gab. Allerdings sollte man das in diesen Altersgruppen nicht zu ernst nehmen. Außerdem teilten die meisten Mitglieder des deutschen Kontigents Vitalias Schicksal, so dass die Vermutung naheliegt, dass die ELO-Zahlen in unseren Breitengraden etwas überbewertet sind (s. dazu auch den Bericht bei der Deutschen Schachjugend hier). In jedem Fall kann sich Vitalia damit trösten, daß ihre reife Partieanlage beim nächsten Turnier den Punktverlust wieder wettmachen wird – und vor allem damit, dass dieses Turnier am Schwarzen Meer ein Erlebnis fürs Leben war!
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Tabellen und Ergebnisse hier, Turnierseite (u.a. mit Partien) hier