DVM U16: Platz 6 unter 20 Teilnehmern

27.12.-30.12.2016

Die Deutsche Jugendvereinsmeisterschaft ist etwas besonderes. Die besten deutschen Vereine präsentieren hier ihre Jugendarbeit, und so war es schon eine tolle Sache, dass unsere U16 sich zum zweiten Mal in Folge für das Turnier, das diesmal vom 27. bis 30.12. in Neumarkt stattfand, qualifizieren konnte.
Andererseits haben Wiederholungen gewisse Nachteile – besonders, wenn man der Versuchung erliegt, einen früheren Erfolg zum Maßstab für die Gegenwart zu erheben. Im vergangenen Jahr gelang uns mit Platz 3 eine faustdicke Überraschung. Da wir diesmal als Zweiter der Setzliste zum Favoritenkreis gehörten, schien es erst einmal nahezuliegen, auf nichts weniger als den Turniersieg zu hoffen.

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Offizielles Mannschaftsfoto (leider ohne Vitalia)

Derartige Erwartungen schlichen sich auch bei unserer Mannschaft ein, und sie waren wohl auch nicht zu vermeiden – zumal der haushohe Favorit Magdeburg gleich am Anfang Punkte abgab, während wir die beiden ersten Runden souverän für uns entschieden.

Zuerst gab es ein glattes 4:0 gegen Karlsruhe, anschließend wurde Delmenhorst mit 3:1 bezwungen. Doch dann folgte ein rabenschwarzer Tag: Gegen unseren Angstgegner Bavaria Regensburg, der uns in den beiden vergangenen Jahren jeweils mit 2,5:1,5 den Bayrischen Meistertitel weggeschnappt hat, gab es erneut eine knappe Niederlage. Derart angeknockt, mussten wir in Runde 4 gegen Magdeburg ran. Wir unterlagen letztlich chancenlos mit 1:3. Nun hechelten wir hinterher, schafften aber nochmal den Anschluß an die Spitzengruppe: In Runde 5 gelang ein sicheres 3:1 gegen Gau-Algesheim, danach ein 3,5:0,5 gegen Paderborn. Vor der letzten Runde war der zweite Platz zum Greifen nahe, denn mit dem SV Walldorf wartete ein vermeintlich schwächerer Gegner. Wir unterlagen jedoch 1,5:2,5 und mussten uns in der Endtabelle mit Platz 6 begnügen.

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Glatter Auftaktsieg: 4:0 gegen die Karlsruher SF

Dass die Mannschaft letztlich enttäuscht war, ist also verständlich. Ganz nüchtern betrachtet gibt es aber keinen Grund, von einem Mißerfolg zu sprechen und sich allzusehr zu grämen!

Erstens: Der eigentliche Favorit war die SG Aufbau Elbe Magdeburg (der spätere Turniersieger), deren DWZ-Schnitt um über 100 Punkte höher als unserer lag. Zumindest auf dem Papier also eine klare Sache, über die man sich nicht zu ärgern braucht. Unser DWZ-Vorsprung vor dem restlichen Feld war nicht annähernd so groß.

Zweitens: Letztes Jahr waren wir der DWZ-Außenseiter, der für die Überraschung des Turniers sorgte. Aber die Annahme, dass nur wir dazu in der Lage sind, wäre natürlich Unsinn. Dieses Mal spielten eben andere die Rolle des Favoritenschrecks. Bei einer deutschen Meisterschaft treten viele starke Teams an, die Wertungszahlen geben nicht unbedingt die wahren Spielstärken wieder, und wenn Magdeburg zwischenzeitlich straucheln konnte, dann konnten wir es erst recht.

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Die Mannschaft im Match gegen Regensburg, den ewigen Angstgegner…

Drittens: Im Detail läßt sich Erfolg nicht planen. Tagesform und Zufälle aller Art entscheiden, wie weit man kommt, wenn es eng wird. Die letzte Runde gegen Walldorf liefert das beste Beispiel: Arshak und Massimo standen klar besser, leisteten sich aber in Zeitnot schwere Fehlgriffe. Hätte nur einer von beiden gewonnen, wären wir Vizemeister geworden. Ebenso hätte alles anders laufen können, wenn unser Topscorer Nikolai nicht ausgerechnet gegen Regensburg seine einzige Verlustpartie produziert hätte. Aber so etwas passiert nun einmal.

Viertens: Es kann keine Rede davon sein, daß wir schlecht gespielt hätten und Platz 6 ein schlechtes Ergebnis darstellt. Wir hatten nur einen Brettpunkt weniger als der Turniersieger, und niemand in unserer Mannschaft fiel gegenüber dem Rest ab: Arshak erzielte 4 Punkte aus 7 Runden, Nikolai 5/7, Yaroslav 4/7, Massimo 2,5/5 und Vitalia, die Massimo am ersten Spieltag hervorragend vertrat, 2/2. Wir hatten also an jedem Brett einen positiven Punkteschnitt, es gab von allen die ein oder andere wirklich tolle Partie zu bewundern, und in der Gesamtabrechnung gewannen wir sogar einige DWZ-Punkte. Kurz: eine gute geschlossene Mannschaftsleistung! Nur haben wir nicht gegen die richtigen Gegner gepunktet, und um das Turnier zu gewinnen, hätten alle ein wenig über sich hinauswachsen müssen. Wie letztes Jahr. Das kann man aber weder planen, noch erwarten.

Insgesamt bleibt also festzuhalten: Wir haben zweimal nacheinander zu den besten Teams Deutschlands gehört. Einmal gelang uns der 3., einmal der 6. Platz unter 20 Teilnehmern. Über diesen Erfolg dürfen und sollten wir uns freuen! Vor allen Mitgliedern der Mannschaft liegen noch mindestens vier Jahre in der Altersgruppe U20, und wenn das Team sich so weiterentwickelt wie bisher, werden wir in absehbarer Zeit erneut auf Bundesebene mitmischen.

Die Ergebnisse, Tabellen und sämtliche Partien der DVM 2016 findet Ihr hier
Weitere ausführliche Berichte und interessante Informationen finden sich auf der sehr gelungenen Seite des Ausrichters SK Neumarkt.