Team I: Starker Achtungserfolg gegen Südost

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Am 25.10.2026 stieg die 2. Runde der Landesliga Süde 2026/27. Wir mussten zuhause gegen den Oberligaabsteiger SK München Südost I antreten.

Die Gäste kamen mit einer krankheitsbedingt stark geschwächten Aufstellung, z.B. spielt das übliche Brett 8 auf 4. Dennoch hatten wir es natürlich mit einer starken Mannschaft zu tun, die in der 1. Runde noch FCB München III mit 6-2 deklassiert hatten, und so waren die Erwartungen entsprechend gedämpft.

Den Auftakt macht ich an Brett 8 mit Weiß. Mein Gegner wählte das angenommene Damengambit, schien sich aber im weiteren Verlauf einer planmäßigen Entwicklung der Figuren verweigern zu wollen und schenkte mir zu viele Tempi, was dann schnell – mit Opfer eines Springers als Anfang – in einem für Schwarz unhaltbaren Mattangriff kulminierte. Im weiteren Verlauf opferte ich noch einen Läufer und einen Turm, bekam aber dafür die gegnerische Dame. Den eigentlichen Schlusspunkt – Matt auf g- und h-Linie hätte Schwarz nur noch minimal hinauszögern können bzw. wir wären in ein Endspiel Dame gegen Läufer und Springer – ebenfalls unhaltbar – gelandet.

Ulrich kam mit Weiß an Brett 4 wie bereits in Runde 1 sehr gut aus der
Eröffnung heraus und stand laut Engine mal auf +10. Er setzte aber
etwas verhaltener fort, stand aber mit zwei Leichtfiguren gegen
Turm immer noch besser, wenn nicht auf Gewinn. Leider vergab
er die Chance mit einem einzügigen Einsteller seines Läufers
und musste aufgeben.

An Brett 7 hatte es Vladi mit Schwarz mit der Abtauschvariante in der Französischen Verteidigung zu tun. Schwarz tat sein möglichstes, um der eigentlich sehr symmetrischen Eröffnung mehr Leben einzuhauchen. Nach beidseitiger langer Rochade übersah sein Gegner eine Kombination mit Gewinn Turm gegen zwei Leichtfiguren. Im weiteren Verlauf spielte Vladi positionell sehr druckvoll und konnte einen Königsangriff mit Dame und Springer inszenieren. Ein drohendes einzügiges Matt ließ sich der Weißspieler dann nicht mehr zeigen.

Wohl klar auf Verlust stand Daniel an Brett 5 mit Schwarz mit seiner Benoni-Eröffnung. Weiß öffnete planmäßig den schwarzen Königsflügel mit Bauernvorstößen auf f- und dann g-Linie, fesselte mit seinen Leichtfiguren die schwarzen und sah nach einem schnellen Sieg für Südost aus. Der richtige Abtausch der Figuren hätte Weiß eine klare Mehrfigur ohne Kompensation für Schwarz eingebracht. Stattdessen wollte Weiß brillieren, übersah aber versteckte Rettungsmöglichkeiten des Schwarzen und musste am Ende ins Remis einwilligen.

Massimo stand an Brett 2 mit Weiß lange Zeit gut, wenn nicht gar auf Gewinn, brachte sich aber selbst in Zeitnot und konnte die Komplikationen nicht mehr korrekt durchrechnen. Am Ende siegte die Routine des starken Südost-Gegeners.

Klar auf Verlust stand auch Nikolai an Brett 3 mit Schwarz. Die Partie schien Katalanisch oder Reti-mäßig mit weißem Läuferfianchetto anzufangen, transponierte aber in eine Philidor-artige Stellung mit Formation „e6, d6, c6“ bei Schwarz. Nikolai geriet gegen seinen GM Gegner schnell unter Druck auf beiden Flügeln und musste bereits in Zug 21 die Dame gegen Turm und Leichtfigur geben, der Rest schien Sache der Technik für Weiß zu sein.

Im weiteren Verlauf aber bekam Schwarz starkes Gegenspiel v.a. mit seinem schwarzfeldrigen Läufer. Nikolais Turm kontrollierte die d-Linie und war auf der zweiten Reihe. Dann kam ein schlimmer Einsteller von Weiß. Er übersah, dass Schwarz seinen Turm gegen den Springer hergeben konnte, da ein Wiederschlagen mit dem König eine Gabel mit Damengewinn erlaubt hätte. Mit nun Turm, Läufer und Springer gegen Dame hatte sich das Blatt gewendet und der GM-Gegner musste bald aufgeben. Glückwunsch an unseren „Neu-Alt-Zugang“!

Nicht gut sah es von Anfang für Arshak an Brett 1 aus. Gegen Weiß‘ Colle-Zuckertort-Aufbau mit Ld3, b3 und Lb2 fand Schwarz kein richtiges Konzept und geriet erst auf dem Damenflügel, dann aber auch auf dem Königsflügel unter starken Druck. Bauernverluste erst im 22. dann wieder im 38. Zug ohne Kompensation und mit anhaltendem Königsangriff des Weißen liessen Arshak keine Chance gegen seinen GM-Gegner von München Südost. Das Damenendspiel war dann auch klar verloren, trotz anhaltender Gegenwehr.

Es stand also 3,5-3,5 und es lief noch eine Partie: an Brett 6 hatte es Jürgen als Weißer mit der spanischen Partie zu tun, wobei er in Zug 5 die eher seltene Mackenzie-Variation (d4 anstatt Rochade) wählte. Weiß kam im weiteren Verlauf gut heraus und schien sogar Gewinnchancen zu haben, gegen Ende des Mittelspiels allerdings drehte sich das Blatt und es war Jürgen, der mit einem Bauern weniger um das Remis kämpfen musste. Er umschiffte aber alle Klippen sehr sicher und konnte in ein Turmendspiel vereinfachen, das klar Remis war.

Damit stand es 4:4, ein sehr achtbarer Erfolg gegen einen trotz Ersatz immer noch sehr starken Gegner! Weiter geht es am 15.11, dann wieder auswärts gegen den SC Unterhaching I. (FL)