Nach dem umkämpften 4,5 : 3,5 gegen Bruckmühl in Runde 7 traten wir am 22.03.2026 in der vorletzten Runde der RLSO 26/25 auswärts gegen Starnberg an. Die Starnberger sind eine recht ausgeglichen Mannschaft, die auch immer zu kämpfen weiß, insofern waren wir gewarnt. Für den ausgefallenen Daniel rückte an Brett 8 Oliver Edelmann nach, ansonsten spielten wir in der Stammbesetzung.
Längere Zeit sah es mehr als gut aus für die Gastgeber, einige Bretter bei uns wie z.B. Vladi und Jürgen schienen arg zu wackeln. Plötzlich aber ging es Schlag auf Schlag:
Oliver Edelmann konnte auf Brett 8 mit der Caro-Kann-Verteidigung punkten (Königsangriff + Materialgewinn). Vladi auf Brett 7 hatte wie gesagt, lange unter Druck gestanden, da ein gegnerischer Turm bereits in die weiße Stellung eingedrungen war. Er verteidigte sich aber zäh und konnte seinerseits mit Turm und Springer den schwarzen König zurückwerfen. Nach einer sehr unvorsichtigen Aktionen kam dann das plötzliche aus für den Starnberger: er hatte seine zwei Läufer (eigentlich ein Garant für positionelles Übergewicht so unglücklich hingestellt, dass plötzlich Weiß mit Turm auf 7. Reihe, Springerschach auf f6 und nachfolgendem Läuferschach auf a5 mattsetzen konnte.
An Brett 4 hatte Jürgen in einer ssymmetrischen Englischen Partie (1.c4 e5) unvorsichtigerweise einen Doppelbauern auf f6 zugelassen und Weiß spielte in der Folge durchaus geschickt mit den Schwachpunkten f6 und f5. Ein Qualitätsgewinn für Weiß war die Folge. In der Folge (und in zunehmender Zeitnot) verlor der Starnberger aber den Faden und ließ einen Königsangriff mit Rückgewinn des Materials und anhaltendem Druck zu), was bald zum Sieg von Schwarz führte.
An Brett 3 hatte es Oliver Gesing mit Weiß gegen die moderne Verteidigung (wohl eine Art Gurgendize-Aufbau mit c6, d5, Lg7) zu tun. Schwarz war im Entwicklungsrückstand und Weiß öffnete die Stellung mit c4, worauf die schwarze Bauernstruktur bald zusammenbrach. Am Ende hatte Oliver zwei Bauern mehr bei anhaltendem Figurendruck, was Schwarz zur Aufgabe bewog. Damit stand es bereits 4:0 für uns.
Zum „Matchwinner“ wurde ich: mein Gegner spielte erwartungsgemäß einen London-Aufbau, wobei ich mit frühem Ld6 und Abtausch der schwarzfeldrigen Läufer dem weißen Angriff frühzeitig die Zähne ziehen wollte. In der Tat sah es nach zwischenzeitlich gut für mich aus, ich übersah dann eine Taktik, womit Weiß in ein eher vorteilhaftes Endspiel abwickeln konnte. Letztlich aber sah Weiß kein Weiterkommen und gab die Partie Remis, wodurch wir bereits als Sieger feststanden.
Solide, aber ungewohnt passiv stellte sich Yaro auf Brett 5 mit Weiß in einer Art Damenbauern- Eröffnung auf, wobei Schwarz das Läuferpaar behielt. Leider konnte ich die Partie nicht ganz zu Ende verfolgen, es muss wohl darauf hinausgelaufen sein, dass Yaro die schwarzen Chancen auf Königsangriff unterschätze und dann aufgeben musste.
An Brett 1 eröffnete Arshak mit den weißen Steinen wie gewohnt mit 1.c4 aber sein Gegner hatte keine Lust auf die englische Verteidigung und wechselte lieber in die Leningrader Variante der
Holländischen Verteidigung. Es sah zunächst durchaus ausgeglichen aus, aber Arshak legte die Schwächen des Schwarzen am Königsflügel gekonnt mit einem Königsangriff bloß. Am Ende
hatte er zwei Figuren mehr bei anhaltendem Angriff.
Nicht zufrieden sein konnte Massimo an Brett zwei, der sich mit den schwarzen Steinen einem
Königsindischen Angriff in der franz. Verteidigung gegenübersah. Es fing schon damit an, dass der an Brett 2 gemeldete Starnberger auch tatsächlich spielte, was in der ganzen Saison noch nicht der Fall gewesen war.
Längere Zeit verlief die Partie in bekannten Bahnen mit einem Bauern- und Figurensturm von Weiß
am Königsflügel und schwarzem Konter am Damenflügel. Schwarz opferte zwischendurch einen Bauern, womit Weiß einen gedeckten Freibauern auf d6 bekam. Später aber verlor Massimo einen Figur (wie genau, konnte ich nicht verfolgen) und geriet dann in ein verlorenes Endspiel. Der Schluss aber war ein kurioser Fall doppelter Schachblindheit: anstatt ganz klar mit f7 und Bauernverwandlung zu gewinnen, übersah Weiß, dass Massimo den gefährlichen Freibauern straflos hätte schlagen können. Massimo aber gab gerade an der Stelle auf, wo er sich eigentlich wieder gerettet hätte.
Damit war der Endstand dann 5,5 : 2,5. Wir liegen weiterhin mit zwei Mannschafts- und vier Brettpunkten vor Röhrnbach, haben also für die letzte Runde am 26.04.2026 alle Trümpfe in der Hand. (FL)
