Team I: Aufstieg in die Landeliga Süd mit makelloser Bilanz

Nichts mehr anbrennen ließ das Team I des SK Gräfelfing am Sonntag zuhause gegen die erste Mannschaft des SK Freising. Damit können wir den Aufstieg n die Landesliga Süd feiern.

Nach acht Runden lagen der SK Gräfelfing mit 16-0 Mannschaftspunkten und 47 Brettpunken auf Platz 1 vor dem ärgsten Verfolger SK Röhrnbach (14-2 MP und 43 BP). Ein hoher eigener Verlust und ein hoher Sieg der Röhrnbacher hätten uns also noch den Aufstieg kosten können.

Nach 1,5 Stunden nahm das Match auf Brett 8 an Fahrt auf, wo Vladislav Barsov in einer symmetrischen englischen Partie seinen f-Bauern weit vorschieben und den schwarzfeldrigen
Fianchetto-Läufer auf h8 zurückdrängen konnte. Um nicht völlig eingemauert zu werden, musste
Schwarz seine Königsstellung schwächen, was dann Vladi routiniert ausnutzte und seinen Gegner entweder matt zu setzen drohte oder aber mit entscheidenden Materialgewinn verblieben wäre.

Ein relatives frühes und ungefährdetes Remis erzielte Arshak Ovsepyan auf Brett 1 mit Schwarz gegen das zurückhaltende Spiel des Weißen (London mit Tausch der schwarzfeldrigen Läufer plus Fianchetto auf g2). Die Partie endete mit beidseitigen Freibauern am Damenflügel, wo keine Seite mehr echte Fortschritte machen konnte.

Keinen guten Tag erwischte Frank Lippert an Brett 7 mit den schwarzen Steinen. Er war sich in seiner Vorbereitung gegen mehrere potentielle Gegner sicher, das vermutlich die italienische Partie auf’s Brett kommen würde, aber kein Evans-Gambit, was sein junger Gegner aber prompt spielte. Nur eine begrenzte Anzahl von Theoriezügen war ihm noch in Erinnerung und er geriet bald in entscheidenden Entwicklungsrückstand. Der positionelle Druck war nur durch ein Qualitätsopfer (plus Gambitbauern) etwas aus der Stellung zu nehmen. Ein weiterer Fehler in gedrückter Position ließ die Partie nach druckvollem Spiel des Weißen dann schnell unhaltbar werden und der Gräfelfinger musste noch vor der Zeitkontrolle aufgeben.

An Brett 6 hatte sich Yaroslav Yaroshenko mit sicherem Raumvorteil gegen die Königsindische Verteidigung des Freisinger Gegners aufgebaut. Nachdem Schwarz auf f5 und damit auf eigenes Gegenspiel verzichtete, richtete sich die Aufmerksamkeit zunächst auf gegenseitige Bauernschwächen am Damenflügel, die aber beide Seiten sicher unter Kontrolle hatten. Yaroslav konnte aber das Spiel am Königsflügel öffnen, worauf Schwarz nach einer übersehenen Mattkombination bald unter die Räder kam.

Ein vergleichsweise sicheres Remis erreichte Jürgen Hofmann an Brett 5 mit Schwarz in einer Hybrid-Eröffnung aus Katalanisch (Lg2) und Semi-Tarrach (d5/c6), wobei Schwarz zu einem Freibauern auf d4 kam, der aber unter Druck geriet. Jürgen konnte aber genug Gegenspiel mit seinen Türmen auf die weißen Bauern am Damenflügel entwickeln um die Partie im Gleichgewicht zu halten.

An Brett 2 schien Massimo Longo mit Weiß in einer Art Colle-Aufbau, der sich nach frühem Tausch der weißfeldrigen Läufer ergab, zunächst die Lage sicher im Griff zu haben. Allerdings drehte sich der Wind nach einiger Zeit durch einen Zentrumsvorstoß des Freisinger Gegners. In der Folge verlor Weiß einen Bauern, Massimo schaffte es aber nach wechselvollem Spiel einen entscheidenden Mattangriff zu inszenieren.

Daniel Schmidbauer erreichte an Brett 3 mit Schwarz in der Abtauschvariante der Königsindischen Verteidigung nach frühem Damentausch eine stark geschlossene, aber sehr sichere Stellung. Im weiteren Verlauf konnte er einen Bauern erobern, aber auch danach blieb die Stellung so geschlossen, dass an einen Gewinn nicht zu denken war. Remis war die logische Folge.

An Brett 4 hatte Oliver wie üblich einen geschlossenen Sizilianer auf dem Brett. Früh verlor er die Qualität gegen unklaren und vermutlich nicht ausreichenden Druck auf den Schwarzen König. Schwarz aber verzettelte sich und fast hätte Weiß mit einer schönen Mattkombination gewinnen können. Oliver aber ließ die Gelegenheit aus und so versandete auch diese Partie ins Remis.

Am Ende stand es also 5:3 für uns. Wieder hatten wir gewonnen und damit die Meisterschaft
und den Aufstieg in die Landesliga Süd wahr gemacht! Wir schafften das mit einer makellosen Bilanz, ohne ein einziges Remis oder gar einen Verlust in der gesamten Saison!

Dies war nur durch hohe Spielmoral und geschlossene Leistung aller beteiligten Spieler (Stammmannschaft sowie Ersatzspieler) möglich. Ich möchte allen Beteiligten für ihren Einsatz auch im Namen der Vereinsführung danken! Besonders möchte ich die Leistung unserer Schachjugend wie z.B. Vladislav Barsov hervorheben. Es zeigt sich dass die erfolgreiche Jugendarbeit des SK Gräfelfing unter dem Jugendleiter Yaroslav Yaroshenko und Trainer Arshak Ovsepyan reiche Früchte trägt, was uns auch für die nächsthöhere Liga hoffen lässt. (FL)

Gräfelfing bleibt auf Aufstiegskurs

Nach dem umkämpften 4,5 : 3,5 gegen Bruckmühl in Runde 7 traten wir am 22.03.2026 in der vorletzten Runde der RLSO 26/25 auswärts gegen Starnberg an. Die Starnberger sind eine recht ausgeglichen Mannschaft, die auch immer zu kämpfen weiß, insofern waren wir gewarnt. Für den ausgefallenen Daniel rückte an Brett 8 Oliver Edelmann nach, ansonsten spielten wir in der Stammbesetzung.

Längere Zeit sah es mehr als gut aus für die Gastgeber, einige Bretter bei uns wie z.B. Vladi und Jürgen schienen arg zu wackeln. Plötzlich aber ging es Schlag auf Schlag:

Oliver Edelmann konnte auf Brett 8 mit der Caro-Kann-Verteidigung punkten (Königsangriff + Materialgewinn). Vladi auf Brett 7 hatte wie gesagt, lange unter Druck gestanden, da ein gegnerischer Turm bereits in die weiße Stellung eingedrungen war. Er verteidigte sich aber zäh und konnte seinerseits mit Turm und Springer den schwarzen König zurückwerfen. Nach einer sehr unvorsichtigen Aktionen kam dann das plötzliche aus für den Starnberger: er hatte seine zwei Läufer (eigentlich ein Garant für positionelles Übergewicht so unglücklich hingestellt, dass plötzlich Weiß mit Turm auf 7. Reihe, Springerschach auf f6 und nachfolgendem Läuferschach auf a5 mattsetzen konnte.

An Brett 4 hatte Jürgen in einer ssymmetrischen Englischen Partie (1.c4 e5) unvorsichtigerweise einen Doppelbauern auf f6 zugelassen und Weiß spielte in der Folge durchaus geschickt mit den Schwachpunkten f6 und f5. Ein Qualitätsgewinn für Weiß war die Folge. In der Folge (und in zunehmender Zeitnot) verlor der Starnberger aber den Faden und ließ einen Königsangriff mit Rückgewinn des Materials und anhaltendem Druck zu), was bald zum Sieg von Schwarz führte.

An Brett 3 hatte es Oliver Gesing mit Weiß gegen die moderne Verteidigung (wohl eine Art Gurgendize-Aufbau mit c6, d5, Lg7) zu tun. Schwarz war im Entwicklungsrückstand und Weiß öffnete die Stellung mit c4, worauf die schwarze Bauernstruktur bald zusammenbrach. Am Ende hatte Oliver zwei Bauern mehr bei anhaltendem Figurendruck, was Schwarz zur Aufgabe bewog. Damit stand es bereits 4:0 für uns.

Zum „Matchwinner“ wurde ich: mein Gegner spielte erwartungsgemäß einen London-Aufbau, wobei ich mit frühem Ld6 und Abtausch der schwarzfeldrigen Läufer dem weißen Angriff frühzeitig die Zähne ziehen wollte. In der Tat sah es nach zwischenzeitlich gut für mich aus, ich übersah dann eine Taktik, womit Weiß in ein eher vorteilhaftes Endspiel abwickeln konnte. Letztlich aber sah Weiß kein Weiterkommen und gab die Partie Remis, wodurch wir bereits als Sieger feststanden.

Solide, aber ungewohnt passiv stellte sich Yaro auf Brett 5 mit Weiß in einer Art Damenbauern- Eröffnung auf, wobei Schwarz das Läuferpaar behielt. Leider konnte ich die Partie nicht ganz zu Ende verfolgen, es muss wohl darauf hinausgelaufen sein, dass Yaro die schwarzen Chancen auf Königsangriff unterschätze und dann aufgeben musste.

An Brett 1 eröffnete Arshak mit den weißen Steinen wie gewohnt mit 1.c4 aber sein Gegner hatte keine Lust auf die englische Verteidigung und wechselte lieber in die Leningrader Variante der
Holländischen Verteidigung. Es sah zunächst durchaus ausgeglichen aus, aber Arshak legte die Schwächen des Schwarzen am Königsflügel gekonnt mit einem Königsangriff bloß. Am Ende
hatte er zwei Figuren mehr bei anhaltendem Angriff.

Nicht zufrieden sein konnte Massimo an Brett zwei, der sich mit den schwarzen Steinen einem
Königsindischen Angriff in der franz. Verteidigung gegenübersah. Es fing schon damit an, dass der an Brett 2 gemeldete Starnberger auch tatsächlich spielte, was in der ganzen Saison noch nicht der Fall gewesen war.

Längere Zeit verlief die Partie in bekannten Bahnen mit einem Bauern- und Figurensturm von Weiß
am Königsflügel und schwarzem Konter am Damenflügel. Schwarz opferte zwischendurch einen Bauern, womit Weiß einen gedeckten Freibauern auf d6 bekam. Später aber verlor Massimo einen Figur (wie genau, konnte ich nicht verfolgen) und geriet dann in ein verlorenes Endspiel. Der Schluss aber war ein kurioser Fall doppelter Schachblindheit: anstatt ganz klar mit f7 und Bauernverwandlung zu gewinnen, übersah Weiß, dass Massimo den gefährlichen Freibauern straflos hätte schlagen können. Massimo aber gab gerade an der Stelle auf, wo er sich eigentlich wieder gerettet hätte.

Damit war der Endstand dann 5,5 : 2,5. Wir liegen weiterhin mit zwei Mannschafts- und vier Brettpunkten vor Röhrnbach, haben also für die letzte Runde am 26.04.2026 alle Trümpfe in der Hand. (FL)

Umkämpfter Sieg gegen Bruckmühl

Das es in den letzten drei Runden nicht leicht werden würde war uns klar, wieviel Gegenwehr aber unser Gegner in Runde 7 – der SK Bruckmühl – entwickeln würde kam dann aber doch überraschend. Aber der Reihe nach.

Ich hatte diese Runde ausgesetzt und dafür Jasper auf Brett 8 spielen lassen. Dieser gewann mit Weiß auch sehr sicher in einer katalanischen Partie. Ebenso problem los gewann Vladi auf Brett 7 mit Schwarz gegen die eher selten gesehene Bird-Eröffnung (1.f4) seines Gegners.

Auch an Brett 5 hatte Jürgen keine Probleme mit Schwarz. Sein Drachen-Sizilianer
brachte den Sieg noch vor der Zeitkontrolle.

Kein Glück hatte heute Massimo mit seinem Jobava-London-System. Sein starker Gegner (FM mit besserer Wertung als Brückmühls 1. Brett) hielt das Geschehen lange in der Schwebe, dann verlor Massimo einen Bauern und leistete auch im Endspiel zu wenig Widerstand, was dem Bruckmühler den Sieg brachte.

Auch bei Oliver auf Brett 4 stand es schlecht, sein Sizilianer mit b3 / Lb2 konnte nicht so recht überzeugen und im Turmendspiel hatte er dann einen Bauern weniger, was sein Gegner sicher verwertete.

Zu kämpfen hatte Daniel mit Schwarz auf Brett 3. Sein Benoni-Aufbau brachte ihm einige Probleme mit einem Endspiel weißer Läufer / schwarzer Springer und Freibauern für Weiß am Damenflügel. Letztlich konnte er aber alle Angriffe abwehren und ins Remis abwickeln.

Einiges Glück hatte Yaro auf Brett 6, nachdem er gegen das Wolga-Gambit seines Gegners zunächst nicht genug Gegenspiel entwickelt hatte. Sein Gegner fand aber im Endspiel oft nicht die besten Züge und auch hier verflachte die Partie ins Remis.

An Brett 1 sah es so aus, als ob vlt. Arshak mit Schwarz gewinnen könnte (die Partie entwickelte sich aus einem Skandinavisch / Fianchetto Hybrid), letztlich reichte es aber auch hier nur zum Remis.

Damit gewannen wir mit dem knappsten Ergebnis bisher in der Saison, also 4,5:3,5. Trotzdem haben wir damit wieder einmal keinen Mannschaftspunkt abgegeben und sind damit weiterhin auf Aufstiegskurs. Da auch Fresing und Starnberg in dieser Runde strauchelten und damit wohl nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun haben werden, zählt jetzt v.a. das „Fernduell“ gegen Röhrnbach (und eventuell auch Ilmmünster).

Zurücklehnen können wir uns gegen Starnberg (Runde 8) und Freising (letzte Runde) natürlich trotzdem nicht, auch wenn eine Niederlage uns eventuell trotzdem noch den Turniersieg erhalten würde. (FL)