Frank Lippert

  • Team I: Aufstieg in die Landesliga Süd mit makelloser Bilanz

    Nichts mehr anbrennen ließ das Team I des SK Gräfelfing am Sonntag zuhause gegen die erste Mannschaft des SK Freising. Damit können wir den Aufstieg n die Landesliga Süd feiern.

    Nach acht Runden lagen der SK Gräfelfing mit 16-0 Mannschaftspunkten und 47 Brettpunken auf Platz 1 vor dem ärgsten Verfolger SK Röhrnbach (14-2 MP und 43 BP). Ein hoher eigener Verlust und ein hoher Sieg der Röhrnbacher hätten uns also noch den Aufstieg kosten können.

    Nach 1,5 Stunden nahm das Match auf Brett 8 an Fahrt auf, wo Vladislav Barsov in einer symmetrischen englischen Partie seinen f-Bauern weit vorschieben und den schwarzfeldrigen
    Fianchetto-Läufer auf h8 zurückdrängen konnte. Um nicht völlig eingemauert zu werden, musste
    Schwarz seine Königsstellung schwächen, was dann Vladi routiniert ausnutzte und seinen Gegner entweder matt zu setzen drohte oder aber mit entscheidenden Materialgewinn verblieben wäre.

    Ein relatives frühes und ungefährdetes Remis erzielte Arshak Ovsepyan auf Brett 1 mit Schwarz gegen das zurückhaltende Spiel des Weißen (London mit Tausch der schwarzfeldrigen Läufer plus Fianchetto auf g2). Die Partie endete mit beidseitigen Freibauern am Damenflügel, wo keine Seite mehr echte Fortschritte machen konnte.

    Keinen guten Tag erwischte Frank Lippert an Brett 7 mit den schwarzen Steinen. Er war sich in seiner Vorbereitung gegen mehrere potentielle Gegner sicher, das vermutlich die italienische Partie auf’s Brett kommen würde, aber kein Evans-Gambit, was sein junger Gegner aber prompt spielte. Nur eine begrenzte Anzahl von Theoriezügen war ihm noch in Erinnerung und er geriet bald in entscheidenden Entwicklungsrückstand. Der positionelle Druck war nur durch ein Qualitätsopfer (plus Gambitbauern) etwas aus der Stellung zu nehmen. Ein weiterer Fehler in gedrückter Position ließ die Partie nach druckvollem Spiel des Weißen dann schnell unhaltbar werden und der Gräfelfinger musste noch vor der Zeitkontrolle aufgeben.

    An Brett 6 hatte sich Yaroslav Yaroshenko mit sicherem Raumvorteil gegen die Königsindische Verteidigung des Freisinger Gegners aufgebaut. Nachdem Schwarz auf f5 und damit auf eigenes Gegenspiel verzichtete, richtete sich die Aufmerksamkeit zunächst auf gegenseitige Bauernschwächen am Damenflügel, die aber beide Seiten sicher unter Kontrolle hatten. Yaroslav konnte aber das Spiel am Königsflügel öffnen, worauf Schwarz nach einer übersehenen Mattkombination bald unter die Räder kam.

    Ein vergleichsweise sicheres Remis erreichte Jürgen Hofmann an Brett 5 mit Schwarz in einer Hybrid-Eröffnung aus Katalanisch (Lg2) und Semi-Tarrach (d5/c6), wobei Schwarz zu einem Freibauern auf d4 kam, der aber unter Druck geriet. Jürgen konnte aber genug Gegenspiel mit seinen Türmen auf die weißen Bauern am Damenflügel entwickeln um die Partie im Gleichgewicht zu halten.

    An Brett 2 schien Massimo Longo mit Weiß in einer Art Colle-Aufbau, der sich nach frühem Tausch der weißfeldrigen Läufer ergab, zunächst die Lage sicher im Griff zu haben. Allerdings drehte sich der Wind nach einiger Zeit durch einen Zentrumsvorstoß des Freisinger Gegners. In der Folge verlor Weiß einen Bauern, Massimo schaffte es aber nach wechselvollem Spiel einen entscheidenden Mattangriff zu inszenieren.

    Daniel Schmidbauer erreichte an Brett 3 mit Schwarz in der Abtauschvariante der Königsindischen Verteidigung nach frühem Damentausch eine stark geschlossene, aber sehr sichere Stellung. Im weiteren Verlauf konnte er einen Bauern erobern, aber auch danach blieb die Stellung so geschlossen, dass an einen Gewinn nicht zu denken war. Remis war die logische Folge.

    An Brett 4 hatte Oliver wie üblich einen geschlossenen Sizilianer auf dem Brett. Früh verlor er die Qualität gegen unklaren und vermutlich nicht ausreichenden Druck auf den Schwarzen König. Schwarz aber verzettelte sich und fast hätte Weiß mit einer schönen Mattkombination gewinnen können. Oliver aber ließ die Gelegenheit aus und so versandete auch diese Partie ins Remis.

    Am Ende stand es also 5:3 für uns. Wieder hatten wir gewonnen und damit die Meisterschaft
    und den Aufstieg in die Landesliga Süd wahr gemacht! Wir schafften das mit einer makellosen Bilanz, ohne ein einziges Remis oder gar einen Verlust in der gesamten Saison!

    Dies war nur durch hohe Spielmoral und geschlossene Leistung aller beteiligten Spieler (Stammmannschaft sowie Ersatzspieler) möglich. Ich möchte allen Beteiligten für ihren Einsatz auch im Namen der Vereinsführung danken! Besonders möchte ich die Leistung unserer Schachjugend wie z.B. Vladislav Barsov hervorheben. Es zeigt sich dass die erfolgreiche Jugendarbeit des SK Gräfelfing unter dem Jugendleiter Yaroslav Yaroshenko und Trainer Arshak Ovsepyan reiche Früchte trägt, was uns auch für die nächsthöhere Liga hoffen lässt. (FL)

  • Gräfelfing bleibt auf Aufstiegskurs

    Nach dem umkämpften 4,5 : 3,5 gegen Bruckmühl in Runde 7 traten wir am 22.03.2026 in der vorletzten Runde der RLSO 26/25 auswärts gegen Starnberg an. Die Starnberger sind eine recht ausgeglichen Mannschaft, die auch immer zu kämpfen weiß, insofern waren wir gewarnt. Für den ausgefallenen Daniel rückte an Brett 8 Oliver Edelmann nach, ansonsten spielten wir in der Stammbesetzung.

    Längere Zeit sah es mehr als gut aus für die Gastgeber, einige Bretter bei uns wie z.B. Vladi und Jürgen schienen arg zu wackeln. Plötzlich aber ging es Schlag auf Schlag:

    Oliver Edelmann konnte auf Brett 8 mit der Caro-Kann-Verteidigung punkten (Königsangriff + Materialgewinn). Vladi auf Brett 7 hatte wie gesagt, lange unter Druck gestanden, da ein gegnerischer Turm bereits in die weiße Stellung eingedrungen war. Er verteidigte sich aber zäh und konnte seinerseits mit Turm und Springer den schwarzen König zurückwerfen. Nach einer sehr unvorsichtigen Aktionen kam dann das plötzliche aus für den Starnberger: er hatte seine zwei Läufer (eigentlich ein Garant für positionelles Übergewicht so unglücklich hingestellt, dass plötzlich Weiß mit Turm auf 7. Reihe, Springerschach auf f6 und nachfolgendem Läuferschach auf a5 mattsetzen konnte.

    An Brett 4 hatte Jürgen in einer ssymmetrischen Englischen Partie (1.c4 e5) unvorsichtigerweise einen Doppelbauern auf f6 zugelassen und Weiß spielte in der Folge durchaus geschickt mit den Schwachpunkten f6 und f5. Ein Qualitätsgewinn für Weiß war die Folge. In der Folge (und in zunehmender Zeitnot) verlor der Starnberger aber den Faden und ließ einen Königsangriff mit Rückgewinn des Materials und anhaltendem Druck zu), was bald zum Sieg von Schwarz führte.

    An Brett 3 hatte es Oliver Gesing mit Weiß gegen die moderne Verteidigung (wohl eine Art Gurgendize-Aufbau mit c6, d5, Lg7) zu tun. Schwarz war im Entwicklungsrückstand und Weiß öffnete die Stellung mit c4, worauf die schwarze Bauernstruktur bald zusammenbrach. Am Ende hatte Oliver zwei Bauern mehr bei anhaltendem Figurendruck, was Schwarz zur Aufgabe bewog. Damit stand es bereits 4:0 für uns.

    Zum „Matchwinner“ wurde ich: mein Gegner spielte erwartungsgemäß einen London-Aufbau, wobei ich mit frühem Ld6 und Abtausch der schwarzfeldrigen Läufer dem weißen Angriff frühzeitig die Zähne ziehen wollte. In der Tat sah es nach zwischenzeitlich gut für mich aus, ich übersah dann eine Taktik, womit Weiß in ein eher vorteilhaftes Endspiel abwickeln konnte. Letztlich aber sah Weiß kein Weiterkommen und gab die Partie Remis, wodurch wir bereits als Sieger feststanden.

    Solide, aber ungewohnt passiv stellte sich Yaro auf Brett 5 mit Weiß in einer Art Damenbauern- Eröffnung auf, wobei Schwarz das Läuferpaar behielt. Leider konnte ich die Partie nicht ganz zu Ende verfolgen, es muss wohl darauf hinausgelaufen sein, dass Yaro die schwarzen Chancen auf Königsangriff unterschätze und dann aufgeben musste.

    An Brett 1 eröffnete Arshak mit den weißen Steinen wie gewohnt mit 1.c4 aber sein Gegner hatte keine Lust auf die englische Verteidigung und wechselte lieber in die Leningrader Variante der
    Holländischen Verteidigung. Es sah zunächst durchaus ausgeglichen aus, aber Arshak legte die Schwächen des Schwarzen am Königsflügel gekonnt mit einem Königsangriff bloß. Am Ende
    hatte er zwei Figuren mehr bei anhaltendem Angriff.

    Nicht zufrieden sein konnte Massimo an Brett zwei, der sich mit den schwarzen Steinen einem
    Königsindischen Angriff in der franz. Verteidigung gegenübersah. Es fing schon damit an, dass der an Brett 2 gemeldete Starnberger auch tatsächlich spielte, was in der ganzen Saison noch nicht der Fall gewesen war.

    Längere Zeit verlief die Partie in bekannten Bahnen mit einem Bauern- und Figurensturm von Weiß
    am Königsflügel und schwarzem Konter am Damenflügel. Schwarz opferte zwischendurch einen Bauern, womit Weiß einen gedeckten Freibauern auf d6 bekam. Später aber verlor Massimo einen Figur (wie genau, konnte ich nicht verfolgen) und geriet dann in ein verlorenes Endspiel. Der Schluss aber war ein kurioser Fall doppelter Schachblindheit: anstatt ganz klar mit f7 und Bauernverwandlung zu gewinnen, übersah Weiß, dass Massimo den gefährlichen Freibauern straflos hätte schlagen können. Massimo aber gab gerade an der Stelle auf, wo er sich eigentlich wieder gerettet hätte.

    Damit war der Endstand dann 5,5 : 2,5. Wir liegen weiterhin mit zwei Mannschafts- und vier Brettpunkten vor Röhrnbach, haben also für die letzte Runde am 26.04.2026 alle Trümpfe in der Hand. (FL)

  • Umkämpfter Sieg gegen Bruckmühl

    Das es in den letzten drei Runden nicht leicht werden würde war uns klar, wieviel Gegenwehr aber unser Gegner in Runde 7 – der SK Bruckmühl – entwickeln würde kam dann aber doch überraschend. Aber der Reihe nach.

    Ich hatte diese Runde ausgesetzt und dafür Jasper auf Brett 8 spielen lassen. Dieser gewann mit Weiß auch sehr sicher in einer katalanischen Partie. Ebenso problem los gewann Vladi auf Brett 7 mit Schwarz gegen die eher selten gesehene Bird-Eröffnung (1.f4) seines Gegners.

    Auch an Brett 5 hatte Jürgen keine Probleme mit Schwarz. Sein Drachen-Sizilianer
    brachte den Sieg noch vor der Zeitkontrolle.

    Kein Glück hatte heute Massimo mit seinem Jobava-London-System. Sein starker Gegner (FM mit besserer Wertung als Brückmühls 1. Brett) hielt das Geschehen lange in der Schwebe, dann verlor Massimo einen Bauern und leistete auch im Endspiel zu wenig Widerstand, was dem Bruckmühler den Sieg brachte.

    Auch bei Oliver auf Brett 4 stand es schlecht, sein Sizilianer mit b3 / Lb2 konnte nicht so recht überzeugen und im Turmendspiel hatte er dann einen Bauern weniger, was sein Gegner sicher verwertete.

    Zu kämpfen hatte Daniel mit Schwarz auf Brett 3. Sein Benoni-Aufbau brachte ihm einige Probleme mit einem Endspiel weißer Läufer / schwarzer Springer und Freibauern für Weiß am Damenflügel. Letztlich konnte er aber alle Angriffe abwehren und ins Remis abwickeln.

    Einiges Glück hatte Yaro auf Brett 6, nachdem er gegen das Wolga-Gambit seines Gegners zunächst nicht genug Gegenspiel entwickelt hatte. Sein Gegner fand aber im Endspiel oft nicht die besten Züge und auch hier verflachte die Partie ins Remis.

    An Brett 1 sah es so aus, als ob vlt. Arshak mit Schwarz gewinnen könnte (die Partie entwickelte sich aus einem Skandinavisch / Fianchetto Hybrid), letztlich reichte es aber auch hier nur zum Remis.

    Damit gewannen wir mit dem knappsten Ergebnis bisher in der Saison, also 4,5:3,5. Trotzdem haben wir damit wieder einmal keinen Mannschaftspunkt abgegeben und sind damit weiterhin auf Aufstiegskurs. Da auch Fresing und Starnberg in dieser Runde strauchelten und damit wohl nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun haben werden, zählt jetzt v.a. das „Fernduell“ gegen Röhrnbach (und eventuell auch Ilmmünster).

    Zurücklehnen können wir uns gegen Starnberg (Runde 8) und Freising (letzte Runde) natürlich trotzdem nicht, auch wenn eine Niederlage uns eventuell trotzdem noch den Turniersieg erhalten würde. (FL)

  • Weiterer hoher Sieg – diesmal gegen den SC Straubing

    Nach dem gewonnen Auswärtsspiel gegen den MTV Ingolstadt in Runde 5 mussten wir am 08.02.2026 wiederum auswärts gegen den SC Straubing antreten. Wir hatten das Spiel auf Wunsch einiger Spieler auf 11:00 Uhr verlegen lassen.

    Wir mussten diesmal ohne Massimo und Daniel an den Kampf bestreiten, konnten dafür aber Desi(!) und Thomas als Ersatz einspannen. Aber auch die Gegner waren an Brett 2, 7 und 8 etwas ersatzgeschwächt.

    Zu einem frühzeitigen Sieg kam Jürgen auf Brett 3. Unser Veteran bekam es mit Weiß mit der Rubinstein-Variante der französischen Verteidigung zu tun, die als sehr solide für Schwarz gilt, wenn auch ein wenig passiv. Schwarz ließ unvorsichtigerweise die Öffnung des Königsflügels mit Lg5xf6 zu, worauf Weiß innerhalb weniger Zug die gegnerische Dame zu gewinnen drohte: 1-0

    Ebenfalls recht schnell war meine Partie an Brett 5 vorüber. Wie es oft der Fall ist in Schachklubs, kopieren Spieler Eröffnungen voneinander und so hatte auch ich mit Weiß einen Rubinstein-Franzosen auf dem Brett. Ich konnte mich zwar gut aufstellen, hätte bei korrektem Spiel von Schwarz kaum Vorteil gehabt.
    Das etwas passive Spiel von Schwarz verleitete mich zu einem sehr unvorsichtigen Springeropfer. Hätte Schwarz hier die korrekte und „offensichtliche“ Verteidigung gewählt (den Springer schlagen), wäre ich in großen Nachteil gekommen. Das „sorgfältige“ und schnell gespielte Wegziehen des bedrohten schwarzfeldrigen Läufers, erlaubte mir aber ein Zertrümmerungsopfer auf g7, nach dem es für Schwarz schnell den Bach runterging. Ein weiteres Turmopfer mit Mattangriff besiegelte das Schicksal von Schwarz.

    Die einzige Niederlage heute musste Thomas auf Brett 8 mit Schwarz hinnehmen. Er kam in einem geschlossenen Katalanen unter einigen Druck, den er mit einem inkorrekten Opfer abschütteln wollte. Stattdessen wäre er mit einer Figur weniger im Endspiel gelandet, was ihn zur Aufgabe zwang.

    Yaro’s Gegner an Brett 4 spielte die recht seltene Bird-Eröffnung (1.f4), kam aber nicht gut raus. Zu keiner Zeit war das schwarze Spiel gefährdet oder gar schlechter. Im Gegenteil konnte Schwarz schnell Druck auf der d-Linie und auf der langen Diagonalen a8-h1 aufbauen. Genau diese Diagonalschwäche erlaubte es Schwarz eine ganze Figur zu gewinnen, was Weiß zur Aufgabe zwang.

    Oliver an Brett hatte es mit Schwarz mit der Vorstoßvariante der franz. Verteidigung
    zu tun, wobei Weiß die eher seltene Variante mit Ld3 ohne c3 spielte. Schwarz konnte
    aber jeglichen Druck mit eigener Expansion am Königsflügel und im Zentrum abschütteln.
    Ein unvorsichtiger „Bauerngewinn“ auf d4 erlaubte Schwarz eine Springergabel mit
    Figurengewinn.

    Sehr sicher gewann Desi mit Weiß an Brett 7 gegen die pseudo-aktive Pirc-Verteidigung des Straubinger Gegners. Durch Mattdrohungen mit Dame und Turm auf d8 gewann Weiß erst einen Bauern, später zwei Leichtfiguren gegen Turm und noch einen Bauern. Schwarz war nicht in der Lage auch nur irgendeine Form von Gegenspiel zu orchestrieren und gab dann einfach auf.

    An Brett hatte Vladi zwar aus der Modern-Verteidigung einen Freibauern auf d4 erspielt, trotzdem sah die Partie im erweiterten Mittel- und Endspiel sehr remislich aus. Unvorsichtige Bauernvorstöße am Königsflügel erlaubten Schwarz aber die Ablenkung des gegnerischen Königs von der Verteidung des verbliebenen weißen Turms. Mit Qualität mehr und Freibauern gab Weiß dann entnervt auf.

    Wiederum eine sehr starke Leistung und die Partie des Tages erspielte Arshak an Brett 1. Gegen den passiven Aufbau von Schwarz (eine Art Owen-Eröffnung / Damenindisch- Hybrid), kam Weiß an beiden Flügeln zu Angriff. Zwar versuchte Schwarz alle Löcher abzudecken und mit dem König auf den Damenflügel zu flüchten, aber auch dort konnte Weiß die Stellung öffnen. Nach einm Bauernopfer, das die dritte Reihe für einen Turmschwenk öffnete, konnte Weiß die Schwerfiguren auf der b-Linie vertrippeln und ein undeckbares Matt auf b7 aufbauen.

    Damit gewannen die diesen Kampf deutliche mit 7-1 und sind weiter auf Aufstiegskurs. Die nächsten drei Spiele gegen Bruckmühl, Starnberg und Freising werden aber nicht leicht. Insbesonder Freising, auf Platz 2 nach dieser Runde, kann es noch aus eigener Kraft schaffen aufzusteigen und wird alles daran setzen dies auch zu tun.

    Die nächste Runde findet am 01.03.2026 statt, zuhause gegen den SK Bruckmühl. (FL)

  • Fortsetzung der Siegesserie im neuen Jahr gegen MTV Ingolstadt

    Die 5. Runde der Regionalliga Südost 2026/26 (und damit die erste Runde im neuen Jahr) fand am 18.01.2026 auswärts beim MTV Ingolstadt statt.

    Die Gegner waren diesmal an den hinteren Brettern etwas ersatzgeschwächt. Den ersten Sieg konnte Vladi mit Schwarz an Brett 8 verbuchen. Sein Gegner hatte gegen Vladi’s „Modern“-Aufbau bereits einen Bauern verloren, rechnete sich aber Chancen auf einen Königsangriff aus. Weiß überlegte sehr lange an einem Turmzug, der den entscheidenden Angriff bringen sollte, aber lediglich die Grundreihe schwächte. Vladi’s sofortiger Konter, ein Psudo-Damenopfer, dessen Annahme oder Ablehnung beide zum Matt führen würden, erzwang die unmittelbare Aufgabe.

    An Brett 5 konnte Jürgen in einer französischen Partie mit Weiß einen Bauern auf der wichtigen h-Linie gewinnen, er gab diesen Vorsprung aber am Damenflügel wieder her, um nicht in potentiell gefährlichen Figurendruck zu geraten. Das Turmendspiel mit Bauernmajoritäten an verschiedenen Flügeln war dann aber Remis.

    Ebenfalls in eine frühes Remis willigte Yaro an Brett 6 mit schwarz ein. Sein Modernaufbau führte zu einer ausgeglichenen Stellung, in der keine Seite echte Angriffschancen mehr sahen.

    Die Partie des Tages hatte Massimo an Brett 2. Mit Schwarz gegen ein London-System sah er sich Druck in der Mitte und am Damenflügel ausgesetzt, konterte aber kühl mit einem Figurenopfer. Er hätte die Figur gleich wieder zurückgewinnen können, wandelte aber die Stellung in ein jetzt echtes Figurenopfer um, wofür er einen weit vorgedrungenen Freibauern auf b2 und Königsangriff erhielt. Weiß konnte die Stellung nicht halten und gab nach wenigen Zügen auf.

    Der nächste Punkt folgte auf Brett 1. Arshak hatte sich aggressiv gegen das schwarze Caro-Kann audgestellt und brach mit einem Bauernvorstoß auf e6 die gegnerische Stellung auf. Der darauf erfolgende Königsangriff entschied die Partie dann bald.

    Auf Brett 4 sah sich Oliver mit schwarz in einer gedrückten aber haltbar aussehenden Französisch-Stellung. Weiß brach aber mit Bauernopfer im Zentrum durch und konnte einen gefährlichen Freibauern auf e6 bilden, worauf dann Schwarz zu viel Material hätte hergeben müssen, um die zahlreichen Drohungen gegen Figuren und König abzuwehren. Dies blieb der einzige Sieg der Ingolstädter.

    Auf Brett 3 sah Daniel mit Weiß eine Art Philidor-Verteidigung seines Gegners auf dem Brett. Weiß griff am Königsflügel an und Schwarz konterte am Damenflügel. In der Tag stand Daniel dann
    plötzlich unter starkem Druck und Schwarz hätte wohl an einer Stelle seinen Vorteil zum Sieg ausbauen können. Allerdings hatte Daniel eine Qualität mehr und nach Damentausch versandete der schwarze Angriff, worauf dann Daniel in einem Endspielt Turm gegen Läufer die Oberhand behielt.

    Damit war der Endstand 6:2. Am 08.02.2026, also in drei Wochen, geht es dann weiter gegen Straubing und zwar wiederum auswärts. (FL)

  • Wichtige Vorentscheidung um den Aufstieg

    Am Sonntag, den 07.12.2025 traf das Team I des SK Gräfelfing, der bisherige zweite der Regionalliga Südost in der Saison 2025/26 auf den bis dato ersten, den SV Röhrnbach, in einer Begegnung, die sich wie ein vorgezogener Entscheid um den Aufstieg anfühlte. Auch der Gegner war sich der Dimension des Kampfes bewusst, trat er doch mit gleich zwei Spielern an, die in Saison bisher noch keine Partie absolviert hatten.

    Der Wettkampf ließ sich gut an für den Gegner, der bei uns in Gräfelfing spielte. An Brett 8 verlor Vladi mit Weiß gegen Ende des Mittelspiels den Faden und musste nach Einbruch der schwarzen Dame und Figurenverlust recht bald die Segel streichen. In der Eröffnung und im frühen Mittelspiel hatte seine Reti-Eröffnung durchaus aussichtsreich ausgesehen.

    Sehr sicher agierte dagegen Jürgen an Brett 5 gegen das zurückhaltende Colle-System seines Gegners, der allerdings am Königsflügel angreifen wollte. Dabei schwächte der Weißspieler aber erheblich seine Stellung und seine Figuren standen nach erzwungenem Damentauch plötzlich sehr passiv. Jürgen konnte einen Mehr- (und Freibauern) sicher zum Sieg verwandeln.

    Ziemlich gedrückt (vermutlich auf verlorenem Posten) stand Yaro in einem Turmendspiel. Im frühen Mittelspiel sah dagegen sein weißer Colle-Zuckertort-Aufbau recht vielsprechend aus. Dann geschah das Erstaunliche: gänzlich unmotiviert tauschte der Röhrnbacher seinen Turm, übersah aber dabei, dass Yaro’s Freibauer auf c6 sofort durchlaufen würde und musste sogleich die Partie aufgeben.

    Ich hatte an Brett 7 eine für mich ungewohnte Stellung in der Englischen Verteidigung mit Läuferfianchetto auf g7. Ich fand dabei nicht den besten Plan und war auf dem besten Weg, die Partie zu verlieren. Weiß griff völlig zu Recht mit einem Bauernsturm am Königsflügel an, fand dann aber nicht die geeignete Fortsetzung und geriet in Zeitnot und verlor dabei seinen Vorteil wieder. Wir einigten uns kurz vor der Zeitkontrolle auf Remis.

    Eine etwas wechselhafte Partie hatte Oliver an Brett 4, sein Sizilianer mit b3 war eher anspruchslos.
    Oliver konnte aber vorteilhaft abtauschen und nach einem taktischen Fehler verblieb er mit einer
    Qualität mehr, was ihm den Sieg einbrachte.

    An Bett 2 hatte Massimo mit Weiß einen Semi-Tarrasch auf dem Brett und stand dabei die meiste Zeit besser. Sein Gegner konnte aber irgendwann mit Vorteil sein Spiel befreien, so dass Massimo dann um das Remis spielen musste. Nach mehreren taktischen Versehen im Endspiel konnte der Gräfelfinger aber eine Figur und damit die Partie gewinnen. Damit hatten wir 4.5 Punkte und den Mannschaftskampf in der Tasche!

    An Brett 3 landete Daniel in einem Mittespiel mit Dame, Turm und ungleichfarbigen Läufern. Nach einem Bauerndurchbruch am Königsflügel erhielt er Angriff, musste aber gleichzeitig um die Sicherheit seines eigenen Königs besorgt sein. Sogar nach Damentausch und mit zwei Mehrbauern war das Endspiel auf Grund der gedrückten Stellung seines Königs wohl nicht zu gewinnen und die Gegner einigten sich auf Remis.

    Schwer in Raumnachteil geriet Arshak an Brett 1 mit Schwarz, nachdem sein Gegner richtig auf seine McCutcheon-Variante reagiert hatte. Allerdings war kein Durchbruch in Sicht und nachdem Schwarz ein wichtiges Entlastungsbauernopfer anbringen konnte, wendete sich langsam das Blatt. Arshak hatte in Endspiel einen Bauern mehr, allerdings garantierten die ungleichfarbigen Läufer das Remis.

    Somit war der Endstand 5.5 – 2.5 für uns! Wir haben es bisher vermieden zu lautstark über den
    Aufstieg nachzudenken, müssen uns aber nach dem Sieg zu den Favoriten rechnen. Ich hoffe weiterhin auf eine geschlossene Mannschaftsleistung auch im neuen Jahr!

    Ich wünsche dem SK Gräfelfing, aber insbesondere dem Team I eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr! (FL)

  • Team I: im Eiltempo zum Maximalergebnis gegen Gröbenzell II

    Am Sonntag dem 16.11.2025 spielten wir in Runde 3 der RLSO 2025/26 auswärts gegen die zweite Mannschaft des SC Gröbenzell. Leider trat Massimo vergeblich an, sein Gegner tauchte nicht einfach. Ein Ärgernis, insbesondere für Spieler von Auswärtsmannschaften, als Trostpreis gab
    es ein erstes (kampfloses) 1:0.

    Wenig Mühe hatte Jürgen an Brett 5 mit der Winawer-Variante seines französisch-spielenden Gegners. Er kam viel besser aus der erst seltenen Linie mit Ld2 raus und gewann im frühen Mittelspiel Dame + Läufer gegen zwei Türme, wobei Schwarz noch überhaupt nicht entwickelt war. Ein frühes 2:0 war die Folge.

    Zu einem Mattangriff kam Daniel als Weißer an Brett 3 in der Lg5-Linie der Najdorf-Variante
    des offenen Sizilianers. Sein Gegner verzichtete auf die schärfste Fortsetzung („vergifteter Bauer“ mit Db6). Daniel konnte unter Figurenopfer einen Mattangriff orchestrieren, dem Schwarz nichts mehr entgegensetzen konnte.

    Wie gewohnt spielte Yaro an Brett 6 seine „Modern“-Eröffnung gegen des Weißen 1.e4. Nach wechselvollem Spiel kamen wir auch hier zu einem Mattangriff, diesmal mit Dame und Turm auf g- und h-Linie.

    An Brett 1 hatte Arshak mit Weiß wieder einmal einen Reti-Aufbau auf dem Brett. Die schwarze Bauernmajorität am Damenflügel sah dabei durchaus gefährlich aus. Doch Weiß hatte einen Springer auf g5 und Zugang zu den weißfeldrigen Diagonalen a2-g8. Außerdem konnte Weiß eine Dame auf h1 platzieren, wodurch plötzlich unabwendbare Drohungen gegen den schwarzen König auftauchten. Damit war das 5:0 bereits durch und der Matchgewinn stand schon fest.

    Ich hatte an Brett 7 mit Weiß einen Königsinder mit h3 und Le3 auf dem Brett und stand nach ungenauen Zügen des Gegners bereits frühzeitig überlegen. Trotzdem fand ich nicht unbedingt die besten Fortsetzungen. Am weiteren Verlauf erlaubte mir mein Gegner aber die Bauern am Damenflügel voran zu schieben, obwohl ich vorher auf diese Seite rochiert hatte. Gegen einen weit vorgeschobenen Freibauern auf c7 verlor Schwarz dann nicht nur eine Qualität sondern letztlich einen ganzen Turm. Mein Gegner spielte aber dann noch bis einen Zug vor dem Matt weiter.

    An Brett 4 gelangte Oliver mit Schwarz in eine Art symmetrisches Englisch. Er gewann einen Bauern auf c4, den er nicht mehr hergab. Im weiteren Verlauf gewann er aber nicht durch Materialüberlegenheit und/oder im Endspiel, sondern ebenfalls durch einen Mattangriff, hier mit Turm auf g1 und Springer auf f3.

    Die einzige Partie mit echten Endspiel hatte Vladi an Brett 8 in einer französischen Partie. Im Mittelspiel bekam er am Damenflügel seine Bauernstellung demoliert, bekam durch Ungenauigkeiten seines Gegners aber Gegenspiel am Königsflügel, wo er die schwachen weißen Bauern auf h3 und g4 angreifen konnte. Das Gegenspiel von Weiß gegen die Bauern auf h6 und g5 reichte dagegen nicht aus.

    Damit hatten wir das Maximalergebnis von 8:0 erreicht und das auch noch sehr frühzeitig um 14:30. Gegen unseren nächsten Gegner Röhrnbach am 7.12.2025 wird es aber nicht so einfach. Die Röhrnbacher hatten in der 3. Runde ein ebenfalls phänomenales 7,5:0,5 gegen MTV Ingolstadt eingefahren. (FL)

  • Erfolg gegen Aufsteiger aus Niederbayern

    Nach dem schönen Erfolg gegen Ilmünster in Runde 1 spielten wir heute zuhause gegen Ergolding, dem Aufsteiger aus der Niederbayernliga. Die relativ junge Mannschaft gehört auf dem Papier zu den schwächeren in der Liga, aber nach deren Gewinn gegen MTV Ingolstadt zuvor waren wir
    gewarnt.

    An Brett 6 hatte ich es als Weißer mit der slavischen Verteidigung zu tun. Es kam zu frühem Damentausch auf b3. In dieser Stellung steht Weiß meist leicht besser, Schwarz ist aber solide. Ich spielte aber nicht die druckvollste Fortsetzung und hatte das Gefühl, um ein Remis kämpfen zu müssen (die Engine behauptet allerdings, dass Weiß immer noch minimal besser steht). Wie auch immer, nach bereits 17 Zügen kam es zur Punkteteilung. Es sollte das einzige Remis im Kampf
    bleiben.

    An Brett 4 spielten Jürgen und sein Gegner einen Najdorf-Sizilianer. Jürgen mit den weißen Steinen wählte den Aufbau mit Lg5, f4 und Df3. Es kam zu einem frühen Tausch der schwarzfeldrigen Läufer, wobei Schwarz arg seine schwarzen Felder schwächte und die Damen, später der Turm sich auf der offene h-Linie platzieren konnte. Jürgen ließ seinem Gegner keine Chance und gewann nach wenigen weiteren Zügen durch einen Bauerndurchbruch auf f5.

    Weniger Fortune hatte Daniel als Schwarzer an Brett 3. Sein Hybrid-System gegen Englisch, mit e5 und Lg7 erwies sich als zu instabil im Zentrum und nach einem missglücktem Befreiungsschlag mit (temporärem) Qualitätsgewinn hatte Daniel einen Bauern weniger und die schlechtere Stellung. Ein Mattangriff mit Springeropfer auf g6 besiegelte des Schwarzen Schicksal recht bald.

    Ebenfalls ein eher improvisiertes System mit beiseitigem Fianchetto der Königsflügelläufer spielten Vladi und sein Gegner an Brett 7. Vladi konnte sehr planmäßig einen Angriff mit f5 und f4 orchestrieren, wohingegen Weiß am Damenflügel und Zentrum zu langsam war. Weiß versuchte noch taktische Tricks gegen eine gefesselten Turm auf f7, lag aber bereits selbst einen ganzen Turm hinten. Um einem drohenden Damentausch aus dem Weg zu gehen, stellte Weiß seine Damen so hin, dass Vladi ein Matt in 4 Zügen bekam und der Ergoldinger Mannschaftsführer musste aufgeben.

    An Brett 8 hatte es Jasper als Weißer mit einem noch sehr jungen Gegner zu tun, der aber taktisch durchaus gewitzt aufspielte. Die beiden hatten eine Art Reti mit beidseitigem Fianchetto und dem d3/c4-Aufbau auf dem Brett. Schwarz schien einen Königsangriff orchestrieren zu können, das konnte Jasper aber kaltblütig abwehren. Auch im weiteren Verlauf ließ er sich nicht von Angriffsdrohungen des Schwarzen einschüchtern und zog sein Spiel am Köngisflügel durch. Am Ende erzwang ein überwältigendes Materialübergewicht die Aufgabe von Schwarz.

    Massimo an Brett 2 spielte einen verhaltenen Aufbau gegen des Schwarzen‘ Fianchetto,
    allerdings schien Schwarz die Stellung doch nicht wirklich zu verstehen. Seine Versuche, die weißen Läufer einzuschnüren, erwiesen sich als zu langsam und Weiß konnte seine schnelle Entwicklung auf dem Damenflügel zur Geltung bringen. Nach einigen Abtäuschen kam es zu einem Endspiel Turm + zwei Läufer auf beiden Seiten, wobei der Freibauer auf d3 des Schwarzen zu schwach war, um sich lange halten zu können. Letztlich hatte Weiß nach Tausch eines weiteren Läufers und einer kleinen Taktik zwei Bauern mehr, wonach Schwarz aufgab. Damit hatten wir das Match bereits gewonnen!

    An Brett 5 hatte Yaro mit Schwarz in einem „Modern“-Aufbau eine Qualität gewinnen können, verhedderte sich aber danach zusehends taktisch. Sein Versuch, Material zurückzugeben, schlug gründlich fehl und er verblieb mit einer Figur weniger, was bald die Aufgab erzwang.

    Auch am Spitzenbrett sahen wir einen eher unorthodoxen Aufbau von Weiß mit d4, das
    schnell in die Pirc-Verteidigung überging. Insgesamt spielte Schwarz in der Partie sehr planmäßig, in dem er versuchte, einen Minoritätsangriff gegen den Damenflügel von Weiß zu orchestrieren, während Weiß am Königsflügel nicht zu einem Angriff kam.

    Eine kritische Phase erreicht die Partie, als Schwarz mittels des eigentlich schwächenden Zuges f6 dann noch e5 und später e4 durchdrücken konnte. Arshak opferte zeitweise 2 Bauern, bekam aber starkes Spiel gegen den weißen Königsflügel. Insbesondere ein Bauernopfer auf e3 demolierte die Weiße Königsstellung irreparabel. Ein Turmopfer auf f2 mit sofortigem Rückgewinn des Turmes besiegelte das Schicksal des Weißen, denn er konnte das Materialgleichgewicht wegen weiterer Mattdrohungen nicht mehr halten und hatte dann einfach eine Figur weniger. Nach Einsammeln zweier weiterer Bauern gab sich Arshak’s Gegner geschlagen. Das war eine außerordentlich gelungene Partie!

    Mit diesem Sieg gehören wir sicher zu den Mitfavoriten in der Regionalliga Südost. Am 16.11
    geht es dann weiter gegen Gröbenzell II. (FL)

  • SK Gräfelfing ist Bayerischer U14-Meister!

    Am vergangenen Wochenende fand das Finale der Bayerischen U14-Mannschaftsmeisterschaften in Kelheim statt. Unsere Mannschaft, bestehend aus Vladislav Barsov, Vladimir Yaroschenko, Mikhail Barsov und Diwen Cheng, hatte sich nach einer erfolgreichen Vorrunde (4:0 gegen SC Seubelsdorf) für die Endrunde qualifiziert. Am 5. Juli traten wir in Kelheim startbereit an. Nach den Pfingstferien mit erfolgreicher Teilnahme an verschiedenen offenen Turnieren (z.B. das Horber Pfingstgambit, das Seebach Open und das Biber Open in Kirchseeon) waren die Jungs in guter Form und bereit zu kämpfen. 

    Die BMM U14 wurde gemeinsam mit der BMM U16 im Hotel Dormero ausgerichtet. Wir möchten uns beim ausrichtenden Verein SK Kelheim nochmals herzlich für die Organisation bedanken. Der Turniersaal war großzügig und gut belüftet, außerdem gut gegen Geräusche aus dem Hotel isoliert. Es gab auch reichlich Platz für wartende Begleitpersonen im Hotelflur oder auf der Terrasse draußen. 

    Nach der Auslosung bekamen wir in der ersten Runde gleich den (vermeintlich) schwersten Gegner: den SK Kelheim. Vladislav spielte mit Weiß gegen Moritz Ramming, Vladimir mit Schwarz gegen Arthur Sitnik, Mikhail gegen Johannes Dombert und Diwen gegen Darun Sakthivel. 

    Vladimir war als Erster fertig. Es war eine Art Sizilianisch-Sweschnikow. Vladimir griff die Dame von Arthur an, der darauf einen fehlerhaften Gegenangriff versuchte. Arthur verlor Material, und die Partie war für Vladimir entschieden.

    Auch bei Diwen ging es schnell. Er spielte eine Verteidigung, die Mikhail nicht kannte: g6, Lg7, d6, a6, b5, c5. Diwen konnte danach relativ zügig gewinnen.

    Bei Mikhail dauerte es länger. Er spielte die Petrov-Verteidigung und kam gut aus der Eröffnung, verlor jedoch durch eine Ungenauigkeit mehrere Tempi. Johannes verlor allerdings zwei Bauern und trotz Zeitnot konnte Mikhail die Partie für sich entscheiden.

    Zwischen Vladislav und Moritz entstand eine geschlossene Sizilianische Partie. Vladislav gelang es bis zum 20. Zug, einen starken Angriff auf den schwarzen König mit den Bauern f5 und g5 aufzubauen. Unter Druck unterliefen dem Gegner einige Ungenauigkeiten. Allerdings konnte Vladislav den daraus resultierenden Vorteil nicht nutzen. Ein paar eigene Ungenauigkeiten in der scharfen Stellung führten zum Verlust des Vorteils und schließlich zu einer schlechteren Stellung, in der er gezwungen war, die Dame gegen Turm und Läufer zu geben. Dies konnte der Gegner im offenen Endspiel mit verbundenen Freibauern schnell verwerten. Am Ende stand es 3:1 für Gräfelfing. 

    Nach dem Mittagessen in der Grillbar im Hotel und ein paar Runden des Spiels “Impostor” ging es weiter gegen den FC Bayern. Vladi bekam seinen altbekannten Gegner Daniel Hepp, Vladimir spielte gegen Luca Mittelmeier, Mischa gegen Benjamin Kayl und Diwen gegen Vincent Paffrath. 

    Vladimir eröffnete mit d4, dann b3, Lb2 usw., und startete einen Königsangriff, dem Luca nicht standhalten konnte – Sieg für Vladimir. 

    Mikhail verpasste seinem Gegner früh eine schlechte Bauernstruktur, doch Benjamin hatte das Läuferpaar. Mikhail gewann einen Bauern, tauschte die Läufer ab und ging in ein gewonnenes Turmendspiel über. 

    Vladislav spielte die Moderne Verteidigung. Der Gegner machte zu Beginn des Mittelspiels ein paar Ungenauigkeiten, wodurch Vladi genügend Kräfte am Königsflügel sammeln konnte, um eine großangelegte Angriffskombination einzuleiten. Den Auftakt machte der Zug 8. … f5, der zur Öffnung des Königsflügels und anschließend zur Dominanz der schwarzen Figuren im Zentrum und am Königsflügel führte. Die weißen Figuren gerieten unter konstanten Druck, machten weitere Ungenauigkeiten und verschlechterten ihre Stellung zunehmend. Vladislav ließ in seiner Angriffspartie keine Schwächen zu und leitete schließlich im 32. Zug eine Mattkombination ein. Eine starke Partie und ein schöner Sieg.

    Bei Diwen dauerte es am längsten: Er verlor einen Bauern, öffnete aber die Königsstellung von Vincent und erreichte eine starke Stellung. In dieser hätte er gewinnen können, tauschte jedoch die Dame gegen zwei Türme. Auch danach stand er besser, aber die Partie endete schließlich remis. Damit war Gräfelfing bereits sicher unter den Top 2. 

    Die Jungs konnten am Abend beim Schauen von Bayern – PSG ein wenig entspannen. In Kelheim war das Stadtfest, und die Altstadt brummte bis 2 Uhr morgens. Zum Glück übernachteten wir etwas außerhalb und bekamen davon nichts mit. 

    Am Sonntagmorgen stand die letzte Runde gegen den SW Nürnberg an. Mikhail spielte gegen Alex Averin und gewann als Erster. Er spielte mit Weiß 1. c4, worauf Alex eine Variante wählte, die Mikhail eine angenehmere Stellung verschaffte. Mit Entwicklungsvorsprung erzeugte er Druck, gewann zwei Leichtfiguren gegen einen Turm und schob seine Bauernmehrheit voran. Der entscheidende Freibauer sicherte ihm schließlich den Sieg. 

    Danach war leider ein wenig die Luft raus. Diwen spielte erneut die Eröffnung aus der ersten Runde (siehe oben), erreichte eine angenehme Stellung und gewann eine Qualität, stellte dann aber ein Matt (bzw. den Verlust der Dame) ein. 

    Vladimir verlor gegen das einzige Mädchen im Turnier, Olha Ratushna. Sie setzte ihn mit einem Freibauern unter Druck. Es entstand ein Springerendspiel, in dem Olha einen Bauern mehr hatte, während Vladimirs König zu weit entfernt stand. 

    Vladislav spielte gegen den bayerischen #2, Viktor Ratushnyi, Englisch, kam gut aus der Eröffnung, stellte jedoch eine Qualität ein.  Hätte Kelheim in der letzten Runde gewonnen, wären wir nicht mehr Meister geworden. Doch der FC Bayern zauberte schnell an den hinteren Brettern ein 2:0, und es ging an den vorderen Brettern nur noch um Platz 2 (ein Remis hätte Kelheim gereicht). Die Partie an Brett 2 endete jedoch ebenfalls mit einer Niederlage für Kelheim, und an Brett 1 spielten Arthur Sitnik und Daniel Hepp remis. Damit sind wir mit 7,5 Mannschaftspunkten Bayerischer Meister, und die Jungs spielen zwischen Weihnachten und Silvester die Deutsche Vereinsmeisterschaft in München. Trotz der misslungenen letzten Runde war es eine tolle Leistung – weiter so und noch besser! Jungs, feiert nicht zu früh, bereitet euch gut vor, und viel Erfolg! (MB, FL)

  • Team I: Aufstieg mit Maximalergebnis!

    Mit dem bestmöglichen Ergebnis – einem 8:0 gegen SU Traunstein / Traunreut in Runde 9 der Bezirksliga-Saison 2024/25 – schafft die 1. Mannschaft des SK Gräfeling den Aufstieg in die Regionalliga Südost für die nächste Saison !

    Die Höhe diese Erfolgs war allerdings auch notwendig, denn Verfolger Gauting besiegte in der gleichen Runde Ilmünster 2 mit 7.5 – 0.5. Wäre unser Sieg geringer ausgefallen, hätte laut Turnierordnung Gauting das Recht gehabt, einen Stichkampf einzufordern, denn Gräfeling gewann in Runde 8 kampflos gegen Ilmünster 2.

    Aber der Reihe nach: am Sonntag den 04.05.2025 fuhren wir hochmotiviert zum letzten Spiel der Bezirksliga 2024/25 nach Traunstein. Gräfelfing und Gauting lagen nach Mannschaftspunkten gleich auf, 4 Brettpunkte trennten uns (Platz 1) vom Verfolger. Es war klar, dass wir möglichst hoch gewinnen mussten.

    Den Auftakt für den späteren Triumpf bildete Jürgen an Brett 4. Mit einem starken Zentrum d5, c5, (später e5, f6 und g5) trat Schwarz schon früh aggressiv gegen das verhalten weiße Spiel mit Sf3, d4 und g3 auf. Ein Figurenopher, das Weiß nicht annehmen hätte dürfen, war der Start für eine Königshatz, die der Wei0e nicht überlebte.

    An Brett 1 nutzte Arshak mit Weiß den Königsindischen Angriff gegen das schwarze 1..e6. Schwarz war nicht in der Lage, adäquates Gegenspiel aufzubauen und verlor Bauern ohne Kompensation, was am Ende die Kapitulation des Gegners erzwang.

    An Brett 7 probierte Massimo einen eher ungewöhnlichen Aufbau mit Sc3 und Lf4 (Jobaava-London ähnelnd) gegen die Holländische Verteidigung des Schwarzen. Nach einer Phase schwerblütigen Positionsspiels kam Weiß zum Vorstoß im Zentrum und konnte die Stellung entscheidend öffnen. Am Ende hätte Schwarz zusätzlich zur schlechten Stellung noch mindestens eine Qualität verloren
    und musste aufgeben.

    An Brett 8 probierte Weiß gegen Thomas einen ungewöhnlichen Aufbau im Franzosen mit Sc3, konnte aber aus der Eröffnung keinen Vorteil herausholen. Nach Damentausch konnte Schwarz seine Stellung schrittweise verbessern und es kam zu einem Doppelturmendspiel (später Turmendspiel) mit gedecktem Freibauern für Schwarz. Thomas konnte die gegnerischen Bauernformation erfolgreich aufreißen, was das Eindringen des schwarzen Königs in die weiße Stellung erlaubte. Bald stand ein weiterer Sieg zu Buche.

    Ich hatte es an Brett 6 als schwarzer mit der Polerio-Variante der Preußischen Partie zu tun (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 4.Sg5 d5 5.exd5 Sa5). Mein Gegner spielte nicht die beste Fortsetzung und ich bekam klare Kompensation für das Gambit durch meine beschleunigte Entwicklung. Als Weiß letztlich seinen Läufer fianchettieren und lang rochieren konnte, konnte ich einen Königsangriff
    organisieren, worauf Weiß nicht die beste Fortsetzung fand und bald einem Mattangriff erlag. Damit stand es 5-0 und wir hatte das Match bereits gewonnen.

    An Brett 2 erlaubt sich Daniel mit schwarz in einem Alapin-Sizilianer einen taktischen Fehler und musste Dame für Turm und Springer geben, was später aber in zwei Türmen vs Dame + 2 Bauern endete. Weiß ließ dann allerdings seinen König in die Ecke drängen. Weiß beging taktische Fehler und musste seine Dame gegen einen Turm zurückgegeben, worauf Daniel dann bald das
    Endspiel verwertete.

    An Brett 5 probierte Yaro den Panov-Angriff der er vor kurzem von Marvin gelernt hatte, erfolgreich aus. Schwarz opferte die Qualität, allerdings für zu wenig Kompensation. Nach einer längeren Endspielphase konnte Weiß letztlich seinen Vorteil verwerten.

    An Brett 3 hatte es Oliver mit Weiß gegen die Aljechin-Verteidigung zu tun. Er konnte ein starkes Zentrum aufbauen, das Schwarz in der Folge nicht neutralisieren konnte. Am Ende kam es zu einem sehr vorteilhaften Endspiel Springer gegen „schlechten“ Läufer. Als der Verlust eines Randbauern
    drohte, musste Schwarz aufgeben.

    Damit stand es also 8-0 für uns. Dieser Triumpf ermöglich uns, nach sieben Jahren Durststrecke wieder in die Regionalliga Südost zurückzukehren, wo wir uns dann nächste Saison beweisen wollen und müssen.

    Ich danke allen Stamm- und Ersatzspielern für ihren Einsatz in dieser Saison und hoffe, dass es in der höheren Liga mit Elan weitergeht! (FL)