Nach dem gewonnen Auswärtsspiel gegen den MTV Ingolstadt in Runde 5 mussten wir am 08.02.2026 wiederum auswärts gegen den SC Straubing antreten. Wir hatten das Spiel auf Wunsch einiger Spieler auf 11:00 Uhr verlegen lassen.
Wir mussten diesmal ohne Massimo und Daniel an den Kampf bestreiten, konnten dafür aber Desi(!) und Thomas als Ersatz einspannen. Aber auch die Gegner waren an Brett 2, 7 und 8 etwas ersatzgeschwächt.
Zu einem frühzeitigen Sieg kam Jürgen auf Brett 3. Unser Veteran bekam es mit Weiß mit der Rubinstein-Variante der französischen Verteidigung zu tun, die als sehr solide für Schwarz gilt, wenn auch ein wenig passiv. Schwarz ließ unvorsichtigerweise die Öffnung des Königsflügels mit Lg5xf6 zu, worauf Weiß innerhalb weniger Zug die gegnerische Dame zu gewinnen drohte: 1-0
Ebenfalls recht schnell war meine Partie an Brett 5 vorüber. Wie es oft der Fall ist in Schachklubs, kopieren Spieler Eröffnungen voneinander und so hatte auch ich mit Weiß einen Rubinstein-Franzosen auf dem Brett. Ich konnte mich zwar gut aufstellen, hätte bei korrektem Spiel von Schwarz kaum Vorteil gehabt.
Das etwas passive Spiel von Schwarz verleitete mich zu einem sehr unvorsichtigen Springeropfer. Hätte Schwarz hier die korrekte und „offensichtliche“ Verteidigung gewählt (den Springer schlagen), wäre ich in großen Nachteil gekommen. Das „sorgfältige“ und schnell gespielte Wegziehen des bedrohten schwarzfeldrigen Läufers, erlaubte mir aber ein Zertrümmerungsopfer auf g7, nach dem es für Schwarz schnell den Bach runterging. Ein weiteres Turmopfer mit Mattangriff besiegelte das Schicksal von Schwarz.
Die einzige Niederlage heute musste Thomas auf Brett 8 mit Schwarz hinnehmen. Er kam in einem geschlossenen Katalanen unter einigen Druck, den er mit einem inkorrekten Opfer abschütteln wollte. Stattdessen wäre er mit einer Figur weniger im Endspiel gelandet, was ihn zur Aufgabe zwang.
Yaro’s Gegner an Brett 4 spielte die recht seltene Bird-Eröffnung (1.f4), kam aber nicht gut raus. Zu keiner Zeit war das schwarze Spiel gefährdet oder gar schlechter. Im Gegenteil konnte Schwarz schnell Druck auf der d-Linie und auf der langen Diagonalen a8-h1 aufbauen. Genau diese Diagonalschwäche erlaubte es Schwarz eine ganze Figur zu gewinnen, was Weiß zur Aufgabe zwang.
Oliver an Brett hatte es mit Schwarz mit der Vorstoßvariante der franz. Verteidigung
zu tun, wobei Weiß die eher seltene Variante mit Ld3 ohne c3 spielte. Schwarz konnte
aber jeglichen Druck mit eigener Expansion am Königsflügel und im Zentrum abschütteln.
Ein unvorsichtiger „Bauerngewinn“ auf d4 erlaubte Schwarz eine Springergabel mit
Figurengewinn.
Sehr sicher gewann Desi mit Weiß an Brett 7 gegen die pseudo-aktive Pirc-Verteidigung des Straubinger Gegners. Durch Mattdrohungen mit Dame und Turm auf d8 gewann Weiß erst einen Bauern, später zwei Leichtfiguren gegen Turm und noch einen Bauern. Schwarz war nicht in der Lage auch nur irgendeine Form von Gegenspiel zu orchestrieren und gab dann einfach auf.
An Brett hatte Vladi zwar aus der Modern-Verteidigung einen Freibauern auf d4 erspielt, trotzdem sah die Partie im erweiterten Mittel- und Endspiel sehr remislich aus. Unvorsichtige Bauernvorstöße am Königsflügel erlaubten Schwarz aber die Ablenkung des gegnerischen Königs von der Verteidung des verbliebenen weißen Turms. Mit Qualität mehr und Freibauern gab Weiß dann entnervt auf.
Wiederum eine sehr starke Leistung und die Partie des Tages erspielte Arshak an Brett 1. Gegen den passiven Aufbau von Schwarz (eine Art Owen-Eröffnung / Damenindisch- Hybrid), kam Weiß an beiden Flügeln zu Angriff. Zwar versuchte Schwarz alle Löcher abzudecken und mit dem König auf den Damenflügel zu flüchten, aber auch dort konnte Weiß die Stellung öffnen. Nach einm Bauernopfer, das die dritte Reihe für einen Turmschwenk öffnete, konnte Weiß die Schwerfiguren auf der b-Linie vertrippeln und ein undeckbares Matt auf b7 aufbauen.
Damit gewannen die diesen Kampf deutliche mit 7-1 und sind weiter auf Aufstiegskurs. Die nächsten drei Spiele gegen Bruckmühl, Starnberg und Freising werden aber nicht leicht. Insbesonder Freising, auf Platz 2 nach dieser Runde, kann es noch aus eigener Kraft schaffen aufzusteigen und wird alles daran setzen dies auch zu tun.
Die nächste Runde findet am 01.03.2026 statt, zuhause gegen den SK Bruckmühl. (FL)
