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Oberbayerische Jugend EM 2026 in Wartaweil

Qualität oder Quantität? Warum nicht einfach beides!

Vom 18. bis zum 21. Februar fand die diesjährige oberbayerische Jugend-Einzelmeisterschaft, wie schon im Vorjahr, in Wartaweil statt. Vier Tage lang kämpften die besten jungen Schachspieler/innen aus Oberbayern um die Qualifikation zur Bayerischen Meisterschaft. Mit 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Schachklub Gräfelfing, der am meisten vertretene Verein auf dem Turnier. Damit konnten wir unseren eigenen Teilnahmerekord von elf Spielern vom letzten Jahr deutlich überbieten. Doch Quantität heißt nicht gleich Qualität, oder? Hier ein ausführlicher Turnierbericht.

U8

Julian Zesch und Leon Burjew haben den SK Gräfelfing in der U8 vertreten. Beide spielen noch nicht mal seit einem Jahr Schach und für beide war es nach der Kreiseinzelmeisterschaft das zweite klassische Schachturnier. Umso erfreulicher war das Endergebnis. Beide gewannen herausragende 5,0 Punkte aus acht Partien und belegten am Ende mit Julian den dritten und mit Leon den vierten Platz. Beide konnten zwar noch nicht den beiden Spitzenreitern, die schon deutlich länger das Spiel der zwei Könige für sich entdeckt haben, das Wasser reichen, haben aber gegen alle schlagbaren Gegner herausragend performt. Trainer Vladimir war nach dem Turnier das Grinsen über den Erfolg nicht aus dem Gesicht zu nehmen. Gratulation!!!

U10

Mit Jan Freund, Elias Zhu und Darsh Agarwal nahmen gleich drei Spieler DVM-Mannschaft in der U10 Teil. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen.

Jan Freund:

Nach 4,5 von möglichen 8 erzielten Punkten und einem souveränen achten Platz lässt sich bei Jan ein sehr positives Fazit ziehen. Er ließ nur Punkte gegen deutlich stärkere Gegner liegen und besiegte alle nominell Schwächeren. Eine sehr starke und vor allem konstante Leistung. Die neue DWZ von über 1200 wird ihn bestimmt sehr freuen😉. Herzlichen Glückwunsch!

Darsh Agarwal:

Nach der herausragenden DVM war es spannend zu sehen, ob es sich nur um einen einmaligen Ausreißer handelte oder ob das tatsächlich Darshs Leistungsniveau widerspiegelt. Nach diesem Turnier lässt sich festhalten, das ist tatsächlich Darshs neue Leistungsniveau. Er verpasste mit starken 5.5 aus 8 Punkten und einem soliden vierten Platz nur haarscharf das Treppchen. Insbesondere hervorzuheben ist sein Sieg gegen den ehemaligen Bayerischen Meister Simon Roscher aus Germering, der selbst 7 Siege aus 7 Partien auf der DVM holte. Eine starke Vorstellung!

Elias Zhu:

Überragend! 7,5 aus 8 möglichen Punkten! Alle direkten Konkurrenten geschlagen! Laut der DWZ-Auswertung eine Leistung von 1863 und das mit acht Jahren! Elias wurde hochverdient mit 1,5 Punkten Abstand Bezirksmeister in der U10. Dieses Ergebnis hätte er sich, bei der Konkurrenz, wahrscheinlich selbst nicht mal erträumen können. Du kannst mächtig stolz auf dich sein!

U12

Mit Barsov Mikhail, Kinateder Vitus, Dejako Luka, Taheri Mohammad und Cheng Louis traten gleich fünf Gräfelfinger in der Altersklasse U12 an. Das finale Resultat lässt sich echt sehen lassen.

Louis, Mohammad und Luka:

Die Leistung der dreien war sehr analog zueinander. Alle drei verloren nur gegen deutlich stärkere Spieler und siegten gegen alle nominell schwächeren Gegner. Alle drei holten 4,5 aus 7 möglichen Punkten und landeten am Ende, nur durch die Feinwertungen getrennt auf den Plätzen 9 (Louis), 8 (Luka) und 7 (Mohammad). Wenn Konstanz wahre Klasse zeigt, dann war es die Leistung der dreien auch!

Vitus:

Vitus holte am Ende auch 4,5 aus 7 Punkten, aber gegen deutlich stärkere Gegner als seine drei Mannschaftskollegen. Dementsprechend besser war auch seine Buchholz und er landete am Ende auf Platz vier und verpasste ganz knapp die TOP 3. Obwohl er sich selbst wahrscheinlich mehr erhofft hatte, war das doch eine sehr gute Leistung! Insbesondere hervorzuheben ist sein Sieg gegen den späteren Vizemeister Alexsander Dahnovici, der mit einer DWZ von über 1700, nominell der deutlich stärkere Spieler sein sollte.

Mikhail:

Mischa wurde souverän mit 6 aus 7 unser zweiter Bezirksmeister. Er zeigte wieder einmal, dass er definitiv zu den besten Spielern seines Jahrgangs gehört. Er verlor nur eine Runde, in der die Gegnerin die vielleicht beste Partie ihres Lebens spielte, ließ sich davon jedoch überhaupt nicht entmutigen. Eine vor allem sehr reife Leistung und der hochverdiente Turniersieg!

U14

Mia Zhu und Diwen Cheng traten dieses Jahr wieder in der U14 an.

Mia:

Nach kleinen Startschwierigkeiten startete Mia ab der vierten Runde einen Lauf, gewann die letzten Runden und wurde am Ende mit 4 aus 7 und einem großem Abstand Vizemeisterin in der U14w. Herzlichen Glückwunsch! Eine sehr große Steigerung im Vergleich zu letztem Jahr!

Diwen:

Diwen spielte ein starkes Turnier. Stolze 5 aus 7 Punkten zeigten ausdrücklich wie viel er sich in den letzten eineinhalb Jahren verbessert hat. Die Kirsche auf der Torte war zudem, dass dieses Ergebnis am Ende gleichbedeutend mit der Vizemeisterschaft und der direkten Qualifikation zur Bayerischen EM war. Gratulation!

U16

Pavel Gubanov und Vladimir Yaroshenko spielten in der U16 mit. In der letzten Runde traten die beiden auch noch gegeneinander an. Pavel holte zwar mit 3,5 Punkten aus sieben Runden nur den 11. Platz, schaffte es aber mit einem Remis in der letzten Runde dem Vladimir, die Meisterschaft zu versauen. Vladimir hat am Ende ein halber Punkt zum Titel gefehlt. Er wurde schließlich Dritter mit 4,5 von 7 möglichen Punkten. Eine doch ordentliche Leistung von beiden!

U18

In der U18 spielten Sebastian Blumenthal und Martin Trinh. Beide Spielten ein Sehr gutes Turnier, schafften es dem Turniersieger einen halben Punkt abzunehmen und beendeten am Ende mit 4,5 Punkten auf Rang 4 (Martin) und Rang 3 (Sebastian). Eine sehr starke Performance!

Fazit

Letztlich bleibt festzuhalten: Warum sich zwischen Quantität und Qualität entscheiden, wenn beides möglich ist? Der SK Gräfelfing war in sämtlichen Altersklassen vertreten – und am Ende stand in jeder davon ein Gräfelfinger auf dem Podium. Zwei Meistertitel, zwei Vizemeisterschaften und drei dritte Plätze sprechen für sich. Dieses Ergebnis ist nicht nur herausragend, sondern belegt eindrucksvoll, dass der Gräfelfinger Nachwuchs zweifellos zur bayerischen Spitze gehört. Möge auch die Bayerische Einzelmeisterschaft von ähnlichem Erfolg geprägt sein. (YY).

Umkämpfter Sieg gegen Bruckmühl

Das es in den letzten drei Runden nicht leicht werden würde war uns klar, wieviel Gegenwehr aber unser Gegner in Runde 7 – der SK Bruckmühl – entwickeln würde kam dann aber doch überraschend. Aber der Reihe nach.

Ich hatte diese Runde ausgesetzt und dafür Jasper auf Brett 8 spielen lassen. Dieser gewann mit Weiß auch sehr sicher in einer katalanischen Partie. Ebenso problem los gewann Vladi auf Brett 7 mit Schwarz gegen die eher selten gesehene Bird-Eröffnung (1.f4) seines Gegners.

Auch an Brett 5 hatte Jürgen keine Probleme mit Schwarz. Sein Drachen-Sizilianer
brachte den Sieg noch vor der Zeitkontrolle.

Kein Glück hatte heute Massimo mit seinem Jobava-London-System. Sein starker Gegner (FM mit besserer Wertung als Brückmühls 1. Brett) hielt das Geschehen lange in der Schwebe, dann verlor Massimo einen Bauern und leistete auch im Endspiel zu wenig Widerstand, was dem Bruckmühler den Sieg brachte.

Auch bei Oliver auf Brett 4 stand es schlecht, sein Sizilianer mit b3 / Lb2 konnte nicht so recht überzeugen und im Turmendspiel hatte er dann einen Bauern weniger, was sein Gegner sicher verwertete.

Zu kämpfen hatte Daniel mit Schwarz auf Brett 3. Sein Benoni-Aufbau brachte ihm einige Probleme mit einem Endspiel weißer Läufer / schwarzer Springer und Freibauern für Weiß am Damenflügel. Letztlich konnte er aber alle Angriffe abwehren und ins Remis abwickeln.

Einiges Glück hatte Yaro auf Brett 6, nachdem er gegen das Wolga-Gambit seines Gegners zunächst nicht genug Gegenspiel entwickelt hatte. Sein Gegner fand aber im Endspiel oft nicht die besten Züge und auch hier verflachte die Partie ins Remis.

An Brett 1 sah es so aus, als ob vlt. Arshak mit Schwarz gewinnen könnte (die Partie entwickelte sich aus einem Skandinavisch / Fianchetto Hybrid), letztlich reichte es aber auch hier nur zum Remis.

Damit gewannen wir mit dem knappsten Ergebnis bisher in der Saison, also 4,5:3,5. Trotzdem haben wir damit wieder einmal keinen Mannschaftspunkt abgegeben und sind damit weiterhin auf Aufstiegskurs. Da auch Fresing und Starnberg in dieser Runde strauchelten und damit wohl nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun haben werden, zählt jetzt v.a. das „Fernduell“ gegen Röhrnbach (und eventuell auch Ilmmünster).

Zurücklehnen können wir uns gegen Starnberg (Runde 8) und Freising (letzte Runde) natürlich trotzdem nicht, auch wenn eine Niederlage uns eventuell trotzdem noch den Turniersieg erhalten würde. (FL)

Weiterer hoher Sieg – diesmal gegen den SC Straubing

Nach dem gewonnen Auswärtsspiel gegen den MTV Ingolstadt in Runde 5 mussten wir am 08.02.2026 wiederum auswärts gegen den SC Straubing antreten. Wir hatten das Spiel auf Wunsch einiger Spieler auf 11:00 Uhr verlegen lassen.

Wir mussten diesmal ohne Massimo und Daniel an den Kampf bestreiten, konnten dafür aber Desi(!) und Thomas als Ersatz einspannen. Aber auch die Gegner waren an Brett 2, 7 und 8 etwas ersatzgeschwächt.

Zu einem frühzeitigen Sieg kam Jürgen auf Brett 3. Unser Veteran bekam es mit Weiß mit der Rubinstein-Variante der französischen Verteidigung zu tun, die als sehr solide für Schwarz gilt, wenn auch ein wenig passiv. Schwarz ließ unvorsichtigerweise die Öffnung des Königsflügels mit Lg5xf6 zu, worauf Weiß innerhalb weniger Zug die gegnerische Dame zu gewinnen drohte: 1-0

Ebenfalls recht schnell war meine Partie an Brett 5 vorüber. Wie es oft der Fall ist in Schachklubs, kopieren Spieler Eröffnungen voneinander und so hatte auch ich mit Weiß einen Rubinstein-Franzosen auf dem Brett. Ich konnte mich zwar gut aufstellen, hätte bei korrektem Spiel von Schwarz kaum Vorteil gehabt.
Das etwas passive Spiel von Schwarz verleitete mich zu einem sehr unvorsichtigen Springeropfer. Hätte Schwarz hier die korrekte und „offensichtliche“ Verteidigung gewählt (den Springer schlagen), wäre ich in großen Nachteil gekommen. Das „sorgfältige“ und schnell gespielte Wegziehen des bedrohten schwarzfeldrigen Läufers, erlaubte mir aber ein Zertrümmerungsopfer auf g7, nach dem es für Schwarz schnell den Bach runterging. Ein weiteres Turmopfer mit Mattangriff besiegelte das Schicksal von Schwarz.

Die einzige Niederlage heute musste Thomas auf Brett 8 mit Schwarz hinnehmen. Er kam in einem geschlossenen Katalanen unter einigen Druck, den er mit einem inkorrekten Opfer abschütteln wollte. Stattdessen wäre er mit einer Figur weniger im Endspiel gelandet, was ihn zur Aufgabe zwang.

Yaro’s Gegner an Brett 4 spielte die recht seltene Bird-Eröffnung (1.f4), kam aber nicht gut raus. Zu keiner Zeit war das schwarze Spiel gefährdet oder gar schlechter. Im Gegenteil konnte Schwarz schnell Druck auf der d-Linie und auf der langen Diagonalen a8-h1 aufbauen. Genau diese Diagonalschwäche erlaubte es Schwarz eine ganze Figur zu gewinnen, was Weiß zur Aufgabe zwang.

Oliver an Brett hatte es mit Schwarz mit der Vorstoßvariante der franz. Verteidigung
zu tun, wobei Weiß die eher seltene Variante mit Ld3 ohne c3 spielte. Schwarz konnte
aber jeglichen Druck mit eigener Expansion am Königsflügel und im Zentrum abschütteln.
Ein unvorsichtiger „Bauerngewinn“ auf d4 erlaubte Schwarz eine Springergabel mit
Figurengewinn.

Sehr sicher gewann Desi mit Weiß an Brett 7 gegen die pseudo-aktive Pirc-Verteidigung des Straubinger Gegners. Durch Mattdrohungen mit Dame und Turm auf d8 gewann Weiß erst einen Bauern, später zwei Leichtfiguren gegen Turm und noch einen Bauern. Schwarz war nicht in der Lage auch nur irgendeine Form von Gegenspiel zu orchestrieren und gab dann einfach auf.

An Brett hatte Vladi zwar aus der Modern-Verteidigung einen Freibauern auf d4 erspielt, trotzdem sah die Partie im erweiterten Mittel- und Endspiel sehr remislich aus. Unvorsichtige Bauernvorstöße am Königsflügel erlaubten Schwarz aber die Ablenkung des gegnerischen Königs von der Verteidung des verbliebenen weißen Turms. Mit Qualität mehr und Freibauern gab Weiß dann entnervt auf.

Wiederum eine sehr starke Leistung und die Partie des Tages erspielte Arshak an Brett 1. Gegen den passiven Aufbau von Schwarz (eine Art Owen-Eröffnung / Damenindisch- Hybrid), kam Weiß an beiden Flügeln zu Angriff. Zwar versuchte Schwarz alle Löcher abzudecken und mit dem König auf den Damenflügel zu flüchten, aber auch dort konnte Weiß die Stellung öffnen. Nach einm Bauernopfer, das die dritte Reihe für einen Turmschwenk öffnete, konnte Weiß die Schwerfiguren auf der b-Linie vertrippeln und ein undeckbares Matt auf b7 aufbauen.

Damit gewannen die diesen Kampf deutliche mit 7-1 und sind weiter auf Aufstiegskurs. Die nächsten drei Spiele gegen Bruckmühl, Starnberg und Freising werden aber nicht leicht. Insbesonder Freising, auf Platz 2 nach dieser Runde, kann es noch aus eigener Kraft schaffen aufzusteigen und wird alles daran setzen dies auch zu tun.

Die nächste Runde findet am 01.03.2026 statt, zuhause gegen den SK Bruckmühl. (FL)